Ansgarkreuz für Fritz Gehrmann : Pröpstin mit geheimer Mission in Haddeby

Auszeichnung für Fritz Gehrmann: Pröpstin Johanna Lenz-Aude verlieh ihm das Ansgarkreuz als Anerkennung des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg.
Auszeichnung für Fritz Gehrmann: Pröpstin Johanna Lenz-Aude verlieh ihm das Ansgarkreuz als Anerkennung des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg.

Die Nordkircke zeichnet Fritz Gehrmann für seine Arbeit in der Gemeindeleitung mit dem Ansgarkreuz aus.

shz.de von
05. Februar 2018, 11:43 Uhr

Bescheidenheit zeichnet Fritz Gehrmann aus. Niemals wollte sich der ehrenamtlich engagierte Kirchenmann in den Vordergrund stellen, schließlich sah er sich in seiner 16-jährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Kirchengemeinderates immer als einen kleinen Teil der Gemeinschaft.

Seine Verabschiedung aus dem Ehrenamt am 22. Januar 2017 wollte der 76-jährige Fahrdorfer daher ohne Tamtam um seine Person am liebsten still und leise über sich ergehen lassen. Eine Ehrung hätte er schon gar nicht annehmen wollen. Den Dank und die Anerkennung, die vor einem Jahr im Rahmen eines Gottesdienstes von der Kirchengemeinde entgegengebracht wurden, reichten Gehrmann völlig aus.

Doch da hatte er nicht mit dem Plan des Kirchenkreises gerechnet, den Pröpstin Johanna Lenz-Aude und Synoden-Präses Henning Lüthke ohne sein Wissen, praktisch in geheimer Mission, auf den Weg gebracht hatten. „Manchmal ist Ungehorsam auch ganz schön“, erläuterte Lenz-Aude mit einem Augenzwinkern in Richtung Gehrmann. Der Plan ging auf, alle hielten dicht.

Schließlich nutzten die Mitglieder der Synode die Zeit während der Reise, die das Ehepaar Gehrmann anlässlich seiner Goldenen Hochzeit im vergangenen Jahr machte, um dann ohne sein Beisein den Antrag auf Verleihung des Ansgarkreuzes einstimmig zu beschließen. „Sonst sind sie ja immer mit dabei. Und in der gesamten Zeit haben Sie nie gefehlt“, sagte Lenz-Aude, die ihm das Ansgarkreuz als höchste Auszeichnung der Nordkirche überreichte. Sie wandte sich mit persönlichen Worten an Gehrmann. „Es ist mir eine große Freude, Ihnen dieses Kreuz anstecken zu können. Wir haben Ihnen viel zu verdanken. Sie sind nicht nur hier vor Ort eine wichtige Person in der Entwicklung der Kirchengemeinde gewesen, sondern sind es auch für unseren Kirchenkreis geworden. Sie sind in der Gemeindeleitung einfach erstklassig“, sagte Lenz-Aude. Gehrmann habe immer ein Herz für die Menschen in Haddeby. „Die Kirchengemeinde Haddeby ist eine vorbildliche Gemeinde geworden. Daran haben viele Anteil, sie aber auch!“, so die Pröpstin in ihrer Laudatio. Weiter wurde Gehrmanns Engagement gelobt, das die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche stärkte. „Mir liegt am Herzen, Ihnen am Ende seiner ehrenamtlichen Laufbahn wirklich in besonderer Weise zu danken“, sagte Lenz-Aude. Und das rührte Fritz Gehrmann zu Tränen, der dann die Auszeichnung dankend annahm und sich für die Wertschätzung bedankte. „Ich sehe die Auszeichnung als Würdigung unserer Teamarbeit. Es gibt so viele andere, die ebenso viel leisten. Alleine ist man nichts“, sagte Gehrmann. Dass die Verleihung des Ansgarkreuzes am Ansgar-Tag im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Haddebyer St.-Andreas-Kirche stattfand, das freute nicht nur Gehrmann.

Rund 100 Besucher zählte die Veranstaltung, die gemeinsam von Haddebys Pastoren Kai Hansen und Witold Chwastek sowie Pfarrer Wolfgang Johannsen von der Katholischen Ansgar-Gemeinde geleitet wurde.




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