zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

25. September 2017 | 01:09 Uhr

Mohrkirch : Premiere für „Geschenkt“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Filmgruppe „HawophilM“ aus Mohrkirch rund um Wolfgang Philipp hat ihr Erstlingswerk vollendet: Der Kurzfilm über einen dreisten Einbruch wird im Gasthaus Grünholz in Esgrus und im Kappelner Kino präsentiert.

Würde man an einem Mittwochabend durch die TV-Kanäle schalten und an diesem Film hängen bleiben, man könnte denken, es liefe eine gewöhnliche Vorabendserie, fast jedenfalls. Ein klein wenig merkt man dann doch, dass hier keine Profis am Werk waren. Und nach nicht einmal einer Viertelstunde ist er eben schon zu Ende. „Geschenkt“ stammt von der Amateurfilm-Gruppe „HawophilM“ rund um Wolfgang Philipp aus Mohrkirch und soll nach vielen Monaten harter Arbeit in der kommenden Woche der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Zwölf Minuten lang ist der Streifen über einen dreisten Einbruch, den die Truppe sich gleich nach der Gründung im April 2013 (wir berichteten) als „Kennenlern-Film“ vorgenommen hatte, um zueinander zu finden und das Equipment auszutesten, für das neben weiteren Ausgaben als Gruppengründer und Produzent Wolfgang Philipp in die Bresche springt. In dem Kurzfilm stecken viele gut durchdachte, spannende Szenen, gedreht bei Tag und in der Nacht, im Pferdestall, vor dem Fahrradschuppen, in der Küche oder im Auto. Anke Schmidt aus Jübek und Niklas Wacker aus Mohrkirch, die gleich zu Beginn als „Schauspieler“ zur jetzt neun Mitglieder starken Gruppe stießen, durchleben als Mutter und Sohn nach einem Einbruch nervenaufreibende Stunden… mehr soll nicht verraten werden, bevor der Erstling bei freiem Eintritt als Vorpremiere am Freitag, 25. April, ab 19.30 Uhr im Gasthaus Grünholz in Esgrus und am 25. Mai ab 11 Uhr als offizielle Premiere sogar im Capitol-Kino in Kappeln gezeigt wird.

Nur für das zwölfminütige Werk wollen Philipp und seine Mitstreiter Neugierige jedoch nicht dorthin locken. Damit es sich richtig lohnt, wird an beiden Abenden nach „Geschenkt“ noch der dramatische Jugendfilm „Angekommen“ gezeigt, der 42 Minuten lang ist und den der frühere Lehrer Philipp mit Schülern im Badenerland produzierte, bevor er mit Beginn des Ruhestands nach Mohrkirch zog.

„Unsere Gruppe ist ein Erfolgsprojekt“, sagt er. Gestern vor genau einem Jahr hatten alle sich zum ersten Mal bei ihm getroffen, nachdem er in unserer Zeitung einen Aufruf gestartet hatte. Die Gruppe ist seitdem gewachsen. Dazugestoßen ist die professionelle Schauspielerin Regina Lüdke-Dziersk aus Schleswig, und auch Philipps Frau Hilde hat sich vom Film-Virus anstecken lassen. Nach wie vor dabei sind neben Wacker und Schmidt (Schauspieler) als Regisseur Michael Zemlin (54) aus Niesgrau, für den Schnitt Medieninformatik- und Film-Student Robert Pennewiss aus Süderbrarup, Michael Christiansen (47) aus Großsolt als Ton-Meister und Drehbuch-Schreiber Ruud van der Tang aus Freienwill. „Ich habe das Gefühl, dass wir immer zusammenbleiben, obwohl wir uns anfangs gar nicht kannten“, sagt Philipp. „Das ist ein echter Glücksfall“ – „oder Schicksal“, sagt Pennewiss.

Um „Geschenkt“ zu vollenden, haben alle viel Zeit und Tatkraft investiert, und einiges an Geld ist in den Kurzfilm geflossen. Das nimmt Philipp gern auf sich, denn Filmen ist seine große Leidenschaft. Er sagt aber: „Meine ganze Rente möchte ich nicht opfern. Wir sind eben keine Profis, die damit Geld verdienen – auch wenn’s schade ist.“ Zemlin betont: „Wir sind zwar Amateurfilmer, arbeiten aber professionell. Von Anfang an war klar, dass wir keinen Wackelfilm produzieren wollen.“

Die Locations wurden sorgfältig ausgewählt, und wenn es Unzufriedenheit über ein kleinstes Detail gab, wurden Szenen wiederholt, selbst nach Ende der Dreharbeiten neu gefilmt. Für einige Aufnahmen wurde die Kamera sogar mit Saugnäpfen an die Autoscheibe geklebt. „Es passiert meist etwas Unvorhergesehenes, aber gerade das macht alles so spannend“, sagt Philipp. „Insgesamt lief alles sehr gut“, findet Christiansen. Der Anspruch aller ist laut Regisseur Zemlin eben sehr hoch.

Längst ist „eine größere Sache“ in Planung. Nach der Vorlage des Bühnenstücks „Satisfaction“ aus der Feder von Lüdke-Dziersk soll ein gleichnamiger Kammerspielfilm entstehen. Hierin kehrt eine Frau an den Ort ihrer Kindheit zurück, trifft dort auf den gelähmten Vater, ihren Vergewaltiger. Harter Stoff, mit viel Tragik. 2015 soll er im Kasten sein. Die Gruppe sucht hierfür noch gute Schauspieler, und Verstärkung im technischen Bereich. Philipp verspricht: „Wir sind ein paar Verrückte beieinander, und am Ende zählt für uns vor allem der Spaß.“

>

Kontakt: Tel. 04646/ 9909875 oder E-Mail an
hawophilm@t-online.de; www.hawophilm.de


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen