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Kropp : Prägende Eindrücke aus Schleswig und Kiel (USA)

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach dreiwöchiger Konzerttour sind die Mitglieder der Feuerwehrband wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Die Musiker der Feuerwehr-Band aus Kropp haben ihre knapp dreiwöchige Konzerttour durch die amerikanischen Bundesstaaten Illinois, Michigan und Wisconsin beendet und sind mit vielfältigen Eindrücken zurückgekehrt. Durch die Unterbringung bei amerikanischen Gastfamilien lernten sie Amerika von einer Seite kennen, die vielen Touristen in dem Land sonst verborgen bleibt. Sie wurden von Familien mit deutschen oder schweizerischen Wurzeln empfangen, die begierig auf Begegnungen mit Leuten aus der Heimat ihrer Vorfahren waren.

So hat sich den Kroppern eine Begebenheit in Kiel/Wisconsin besonders eingeprägt: Mike Steinhardt, Kieler Bürgermeister, hieß sie in seiner 2000-Einwohner-Gemeinde willkommen und berichtete über die Gründung Kiels und der umliegenden Gemeinden durch Einwanderer aus Schleswig-Holstein Anfang des 19. Jahrhunderts. Musikzugführer Johannes Rasmussen vermerkte auf Facebook: „Wir sind gerade zum Empfang beim Bürgermeister in Kiel!“ Prompt kam aus Kropp eine Einladung zum Kaffeetrinken. Dazu seine Antwort: „Geht leider nicht, wir müssen weiter nach Schleswig!“

Die Tour führte die Band durch fünf Orte mit völlig unterschiedlichen Charakteristika: Blue Lake Fine Arts Camp - ein typisches amerikanisches Sommercamp für hochbegabte junge Künstler (Musik, Theater, Ballett) mit einem nahe liegenden Amish-Zentrum, Milwaukee – die wohl „deutscheste“ amerikanische Großstadt, Fond du Lac –, das tiefreligiöse Zentrum des sogenannten „Holy Land“, eine 600-köpfige Gemeinde Marenisco am „Lake Superior“ an der kanadischen Grenze und abschließend die Kleinstadt Monroe in der Nähe von Chicago, das auch heute noch fest in schweizerischer Hand ist (die „Käsehauptstadt Amerikas“).

Gerade für die jungen Mitglieder der Band standen neben den persönlichen Begegnungen in den Familien auch Informationen über das amerikanische Schulsystem, das Wirtschafts- und Sozialsystem auf dem Programm. Mit Neid wurde insbesondere die Infrastruktur der High- und Middle Schools zur Kenntnis genommen. Jede Schule hatte neben fantastischen Sportstätten einen Musiksaal und eine Instrumentenausstattung zur Verfügung, von der hiesige Schüler nicht einmal zu träumen wagen – mit Proben und Auftritten auch während der langen Ferienzeit. Teils bedrückend war aber auch der soziale Unterschied zwischen Arm und Reich, der sich etwa in Chicago und Milwaukee zeigte.

Im schweizerisch geprägten Monroe kam eine deutschstämmige Einwohnerin auf die Band zu und bemerkte, dass sie nach ihrer Einwanderung 1952 bis heute auf viele Ressentiments gegenüber Deutschland treffe und sie der Besuch, die Musik, aber auch die freundliche Offenheit gegenüber den Gastgebern auf ihre deutschen Wurzeln stolz gemacht habe.

Die Bande zu dem Blue Lake Fine Arts Camp werden weiter erhalten bleiben. Für das kommende Jahr haben sich nach 2013 erneut 60 junge amerikanische Musiker zu einem dreitägigen Besuch in Kropp angemeldet. Dafür werden noch einige Gasteltern gesucht, die an der transatlantischen Partnerschaft mitarbeiten möchten. Ansprechpartner ist der „Chairman Blue Lake Kropp“ Holger Schwien, Telefon 04624/4506545.

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