Führungswechsel im Revier : Polizei mit neuer Doppelspitze

Nahtloser Führungswechsel bei der Polizei: Rolf Bumann (li.) und Nachfolger Kay Joldrichsen sowie   von der Kripo Stefan Erichsen und  Marco Jäger (re.).
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Nahtloser Führungswechsel bei der Polizei: Rolf Bumann (li.) und Nachfolger Kay Joldrichsen sowie von der Kripo Stefan Erichsen und Marco Jäger (re.).

Kay Joldrichsen übernimmt die Führung des Polizeireviers Schleswig – Stefan Erichsen wird Chef der Kripo.

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27. Juni 2014, 09:55 Uhr

Zwei gehen, zwei kommen. Doppelter Führungswechsel bei der Schleswiger Polizei zum 1. Juli: Revierleiter Rolf Bumann übergibt die Stafette an Kay Joldrichsen und Kripo-Chef Marco Jäger an Stefan Erichsen. Beide Dienststellen, Schutzpolizei und Kripo, arbeiten Hand in Hand im gemeinsamen Domizil in der Friedrich-Ebert-Straße 8. Neben der Zusammenarbeit soll auch die Präsenz der Polizei vor Ort weiter verstärkt werden, kündigten gestern die beiden neuen Chefs Joldrichsen und Erichsen gegenüber den SN an.

Waren früher Schutzpolizisten eher für Delikte wie Diebstahl zuständig und Kripoleute für Raub, so wurden diese getrennten Arbeitsbereiche aufgehoben. Bei Straftaten ermitteln sie nun gemeinsam. Seitdem Anfang 2013 die Strukturen bei der Polizei umgebaut wurden, verschwanden die traditionellen Trennlinien zwischen Schutz- und Kriminalpolizei. „Das dient einer schnelleren Aufklärung von Straftaten“, erklärt Erichsen. Aber auch die Trennlinien zwischen Stadt und Kreis gehören der Vergangenheit an. Schichtdienste und andere Aufgaben werden unter den insgesamt 65 Mitarbeitern des Polizeireviers aufgeteilt. Die Zuständigkeit eines „Dorfsheriffs“ hört nicht mehr an der eigenen Dorfgrenze auf, vielmehr sei er integriert in den Gesamtbetrieb, betont Kay Joldrichsen (60). Zu seinen beruflichen Stationen gehören unter anderen das Polizeirevier Sylt, Wasserschutzpolizei und Kieler Innenministerium.

Der neue Kripo-Chef Stefan Erichsen ist eigentlich gar kein Kripo-Mann. „Ich bin von der Schutzpolizei und freue mich sehr über meine neue Aufgabe. Im Fokus steht bei mir die Jugendkriminalität“, sagt er, der zuvor beim Führungsstab der Polizeidirektion Flensburg eingesetzt war. Sein Vorgänger, Kriminaloberrat Marco Jäger, der nach fast sechs Jahren von Schleswig ins Landeskriminalamt wechselt, überlässt ihm ein angenehmes Arbeitsfeld. „Unser Kreis ist laut Jahresstatistik mit der sicherste im ganzen Land und hat mit 52 Prozent die höchste Aufklärungsquote aufzuweisen“, betont Jäger. Selbst die Mitglieder der Rumänen-Bande, die bis 2013 für etliche Wohnungseinbrüche verantwortlich zeichneten, sitzen mittlerweile hinter Gittern. Auffällig hingegen sei die hohe Zahl der Vermissten: Bis zu 800 Personen im Jahr – häufig Menschen, die aus Heimen und aus der Fachklinik entschwunden sind.

Womit Rolf Bumann nächste Woche seinen Ruhestand einleiten wird – die Antwort kennt seine Frau: „Sie wird sagen, was ich als Erstes zu machen habe.“

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