Polizei jagt Autobahn-Attentäter

Am Dienstagabend zertrümmerte ein schwerer Stein die Frontscheibe des BMW. Die Fahrerin wurde schwer verletzt.
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Am Dienstagabend zertrümmerte ein schwerer Stein die Frontscheibe des BMW. Die Fahrerin wurde schwer verletzt.

58-jährige Fahrerin nach Steinwurf schwer verletzt / Ermittler stellen Zigarettenkippen und Fingerabdrücke sicher

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09. Mai 2018, 12:42 Uhr

Die 58-jährige Autofahrerin hatte keine Chance. Am Dienstagabend war die Frau mit ihrem kleinen BMW auf der Autobahn in Richtung Süden unterwegs, als gegen 22.30 Uhr ein großer Stein ihre Windschutzscheibe durchschlug und sie am Oberkörper schwer verletzte. Anschließend durchschlug der Stein noch die Heckscheibe des Wagens und landete neben der Fahrbahn. Die Frau, die allein in dem Wagen gesessen hatte, wurde in ein Flensburger Krankenhaus eingeliefert. Nach Angaben der Polizei ist sie außer Lebensgefahr.

Ganz offensichtlich wurde der Stein ganz bewusst von der Autobahnbrücke Gottrupel zwei Kilometer südlich der Grenze auf den Wagen geworfen. Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Es war möglicherweise nicht der erste Anschlag des oder der Täter an diesem Abend. Eine halbe Stunde zuvor, etwa gegen 22 Uhr, wurden elf Kilometer weiter gleich mehrere Steine von der Autobahnbrücke in Höhe Barderup geworfen. Ziel war unter anderem ein Lkw, der Fahrer aber konnte im letzten Moment ausweichen, ein Schaden entstand dort nicht. Noch am Abend wurde ein Verdächtiger vorläufig festgenommen und bei der Polizei in Flensburg befragt. Aber offenbar hatte er mit den Steinwürfen nichts zu tun. „Der Verdacht gegen die Person ließ sich nicht erhärten“, erklärte Polizei-Pressesprecher Christian Kartheus.

Am Mittwoch beschäftigten sich Einsatzkräfte der Polizei noch einmal intensiv damit, Spuren an den beiden Autobahnbrücken zu sichern, von denen die Steine geworfen wurden. Fündig wurden sie vor allem bei Barderup, wo auch der Lkw attackiert worden war. Anhand der Spuren geht die Polizei davon aus, dass es von dieser Brücke aus Steinwürfe auf beide Richtungsfahrbahnen gegeben haben muss. Kripo-Beamte sicherten Spuren am Brückengeländer und fanden weitere, teilweise sehr massive Steine von bis zu 40 Zentimetern Durchmesser auf dem Grünstreifen der Autobahn. Auch Zigarettenstummel wurden sichergestellt und Fingerabdrücke vom Geländer genommen.

Die Polizei sucht nun dringend Zeugen, die am Dienstagabend verdächtige Beobachtungen an den beiden Autobahnbrücken in Barderup und Gottrupel gemacht haben. Die Beamten richten sich dabei besonders an Spaziergänger, Radfahrer und Autofahrer, die am fraglichen Abend in der Nähe einer der beiden Brücken verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben. Wegen der zeitlichen Nähe der beiden Taten und der Entfernung der Tatorte geht die Polizei davon aus, dass die Täter mit Fahrzeugen unterwegs gewesen sein müssen. Zeugen werden gebeten, sich mit dem Kommissariat 1 in Flensburg unter der Telefonnummer 0461 / 48 40 in Verbindung zu setzen.

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