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Schleswig : Polizei geht wieder mehr auf Streife

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Schleswiger Polizeirevier stockt seinen Bezirksdienst deutlich auf. Zu den Schwerpunkten gehört auch der Kampf gegen häusliche Gewalt.

Schleswig | Bis vor zwei Jahren gehörten sie zum Stadtbild wie der Dom oder Schloss Gottorf: Die Kontaktbeamten Helmut Drasdo und Norbert Broer. Seit sie in Pension sind, ist die Polizei in Schleswig deutlich seltener auf Streife unterwegs. Das soll sich nun wieder ändern. Der Polizei-Bezirksdienst wird ab morgen kräftig aufgestockt. Zuletzt bestand diese Abteilung innerhalb des Polizeireviers nur noch aus zwei Mann: Hauptkommissar Michael Trede und seinem Kollegen Peter Kühl. Ihnen blieb nur wenig Zeit, einfach einmal durch die Straßen zu gehen und mit den Bürgern über deren Nöte zu reden, denn sie hatten auch noch andere Aufgaben, zum Beispiel besuchten sie regelmäßig die Schleswiger Schulen und begleiteten Veranstaltungen vom Gottorfer Landmarkt bis zum Friedrichsberger Laternenumzug.

Das werden sie auch weiterhin tun, aber sie haben vier neue Kollegen bekommen. „Das wurde möglich durch Umstrukturierungen innerhalb der Polizei“, sagt Trede. So übernimmt künftig die Kripo ein Teil der Ermittlungsarbeit zur Kleinkriminalität, die bisher die Beamten auf der Wache erledigten. Holger Funkenweh, einer der Neuen im Bezirksdienst, glaubt nicht, dass dadurch anderswo im Polizeiapparat Lücken entstehen. „Es ist einfach insgesamt straffer organisiert.“

Die Männer vom Bezirksdienst haben die Stadt in drei Bereiche eingeteilt. Michael Trede ist zusammen mit Rainer Czayka zuständig für den Friedrichsberg. Den mittleren Stadtbereich vom Gottorfdamm bis zur Linie Poststraße, Moltkestraße und Kattenhunder Weg übernehmen Peter Kühl und Holger Behrendt. Holger Funkenloh und Kai Juister sind östlich davon unterwegs – also von der Fußgängerzone bis zum Gewerbegebiet St. Jürgen.

„Wir wollen einfach Ansprechpartner für die Bürger sein, uns ihre Sorgen anhören und rechtliche Ratschläge geben“, sagt Funkenweh. Außerdem müssen sich Radfahrer in Acht nehmen, die durch den Stadtweg oder über Bürgersteig fahren. Ecken wie den ZOB oder die Königswiesen, wo immer wieder Besoffene herumsitzen, möchte er dabei besonders im Auge behalten. Echte Brennpunkte im Stadtgebiet sieht er aber nicht. „Es gibt hier keine Gegenden, in denen die Kriminalität besonders hoch ist und wo die Menschen Angst haben, über die Straße zu gehen.“

Trede schätzt, dass er und seine Kollegen ungefähr in der Hälfte ihrer Arbeitszeit in der Stadt unterwegs sein werden. Sie machen weiterhin auch Dienst im Büro und sie werden zuständig sein für „Konflikte im sozialen Nahbereich“ – also unter Menschen, die sich persönlich kennen. Insbesondere häusliche Gewalt wird da ein Thema sein. Wer jedoch in solch einem Fall über 110 die Polizei anruft, zu dem werden zunächst die diensthabenden Beamten aus der Polizeiwache kommen. Erst danach wird der Bezirksdienst aktiv. Denn im Schichtdienst abends und am Wochenende arbeiten Trede und seine Kollegen nicht.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 07:15 Uhr

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