Schleswig : Polizei fahndet mit Plakaten nach Hafen-Räubern

An dieser Kreuzung zwischen Hafenstraße und Hafengang wurden am Sonnabend, 24. Mai, zwei junge Frauen überfallen.
An dieser Kreuzung zwischen Hafenstraße und Hafengang wurden am Sonnabend, 24. Mai, zwei junge Frauen überfallen.

Vor einer Woche überfielen drei maskierte Männer in der Schleswiger Altstadt zwei Frauen. Jetzt weitet die Polizei ihre Fahndung aus und setzt dabei vor allem auf Fahndungsplakate. Aber lohnen sich solche Fahndungen für die Beamten überhaupt?

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03. Juni 2014, 07:45 Uhr

Es geschah am Sonnabend, 24. Mai, um kurz vor Mitternacht. An der Kreuzung zwischen Hafenstraße und Hafengang wurden zwei junge Frauen von drei maskierten Männern überfallen (wir berichteten). Die beiden 25-jährigen Mitarbeiterinnen einer Gaststätte trugen zu dem Zeitpunkt eine Geldkassette bei sich, die drei Unbekannten eine Schusswaffe. Kurze Zeit später verschwanden die Täter mit der Kassette Richtung Süderdomstraße. Die Frauen blieben unverletzt. So steht es auf den 30 Fahndungsplakaten, die momentan in der Altstadt aushängen. Für genauere Details hofft die Kripo nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Aber lohnen sich solche Plakatfahndungen überhaupt für die Beamten?

„Natürlich sind nicht alle Hinweise zielführend“, sagt Gerd Hegebarth. Der Kriminalhauptkommissar bei der Kripo Schleswig hat in der Vergangenheit aber schon gute Tipps aus der Bevölkerung erhalten. Auch für diesen Fall gab es schon erste Hinweise. Eine hohe Erfolgsquote will er diesen Fahndungen aber nicht zusprechen. Stattdessen komme es sogar manchmal zu „kreativen Konstruktionen“, wie Polizeisprecher Matthias Glamann sagt. Hirngespinste aus der Bevölkerung also, die die Beamten in ihrer Arbeit behindern.

Eine ausgeschriebene Belohnung, wie bei diesem Fall in Höhe von 1000 Euro, motiviere die Leute wohl nur noch mehr, ihr Glück zu versuchen. „Ansonsten gibt es aber große Berührungsängste in der Bevölkerung“, erzählt Hegebarth. Den Hörer in die Hand nehmen nur die Wenigsten. „Plakatfahndungen sind aber nur ein Mittel von vielen“, erklärt der Hauptkommissar. Eine akribische Tatortbesichtigung sowie Nachfragen bei den Anwohnern seien dabei nur der Anfang. „Der Beamte entscheidet danach in Absprache mit der Staatsanwaltschaft über weitere Maßnahmen wie die Plakatfahndung“, erläutert Glamann.

Ob es dazu kommt, hängt am Ende von der Schwere der Tat ab. Also zum Beispiel, wie hoch der Wert der Beute ist oder ob eine Waffe im Spiel war, wie in diesem Fall. „Wir wollen die Leute damit nochmals aufmerksam machen“, sagt Hegebarth. Vielleicht spreche man ja genau den Zeugen an, der die eine wertvolle Information hat. Dann hätte sich der Aufwand gelohnt. Weitere Hinweise nehmen alle Polizeidienststellen sowie die Kripo Schleswig unter Tel. 84 402 entgegen.

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