Plötzlich brannte die Hecke

Nur noch schwarze Äste sind von Herbert Hamanns Hecke übrig geblieben.
Nur noch schwarze Äste sind von Herbert Hamanns Hecke übrig geblieben.

Weil der Nachbar Unkraut bekämpft, gehen die Lebensbäume des Silberstedters Herbert Hamann in Flammen auf

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24. Mai 2018, 13:36 Uhr

Es ist ein Tag wie jeder andere. Herbert Hamann aus Silberstedt sitzt nach dem Mittagessen mit seiner Frau Bärbel im Wohnzimmer und sieht fern. Plötzlich klingelt es. Vor der Tür steht ein junger Mann, der gerade mit zwei Kindern spazieren geht, und ruft: „Ihre Hecke brennt. Die Feuerwehr ist unterwegs.“ Herbert Hamann eilt nach draußen und sieht seine Lebensbaum-Hecke, die lichterloh in Flammen steht. Er will nicht warten, bis die Feuerwehr aus Silberstedt kommt, sondern geht in den Garten und schließt den Wasserschlauch an. Auch die junge Nachbarin von nebenan kommt mit Wassereimern zu Hilfe. Währenddessen treffen auch die Feuerwehr und die Polizei ein. Innerhalb von einer Viertelstunde ist der Brand gelöscht. Zurück bleiben die schwarzen, verrußten Überreste einer 15 Meter langen Hecke.

Doch wie konnte das passieren? „Mein Nachbar und dessen Freund haben mit einem Gasbrenner Unkraut vernichtet“, erzählt der 83-Jährige. Sie seien an der Steinkante, die an sein Grundstück grenzt, entlang gegangen, um Löwenzahn und anderen ungeliebten Pflanzen den Garaus zu machen. „Durch den Ostwind und die warmen Temperaturen hat die Gasflamme dann meine Hecke angesteckt“, sagt Herbert Hamann. Nicht nur die Lebensbäume, die die Hamanns schon seit rund 15 Jahren als Sicht- und Windschutz nutzen, sondern auch der Rhododendron im Vorgarten sowie ein Teil der Birke auf dem Nachbar-Grundstück haben die Flammen zu spüren bekommen, die Kunststoffhülle des Maschendrahtzauns ist geschmolzen. „Am Haus sind keine Schäden entstanden“, sagt Herbert Hamann erleichtert. „Zum Glück, denn wir haben erst kürzlich neue Fenster bekommen.“

Erst in der folgenden Nacht wurde ihm klar, was da eigentlich am Vortag passiert war. Wenn er nun aus dem Fenster schaut, erinnern ihn die verkohlten Stämme der Hecke an den Brand mit den eineinhalb Meter hohen Flammen. Den Schaden hat er seiner Versicherung gemeldet, die nun für eine neue Hecke im Wert von 2000 Euro aufkommen will. Bis diese aber wieder als Windschutz dienen kann, werden sechs bis sieben Jahre vergehen.

Ein Nachbarschaftsstreit habe sich an dem Feuer nicht entfacht, sagt Herbert Hamann. „Wir wohnen seit fast 40 Jahren in Silberstedt und haben keinen Ärger gehabt.“ Das solle auch trotz des Vorfalls so bleiben. Der Pensionär will aber nicht unerwähnt lassen, dass man mit einem Gasbrenner vorsichtig umgehen müsse. „Die jungen Leute sind da manchmal etwas leichtsinnig“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Er empfiehlt, beim Unkrautbekämpfen mit dem Gasbrenner stets einen Eimer Wasser in der Nähe zu haben. „So macht es zumindest meine Frau“, erklärt der Silberstedter.

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