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Schleswiger Nachrichten

21. Oktober 2017 | 20:13 Uhr

Schleswig : Plastiktüten auf dem Rückzug

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In der Ladenstraße sind immer weniger Passanten mit Plastiktüten unterwegs. Viele Schleswiger satteln um auf Stoff und Papier.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 07:57 Uhr

„Meine Frau und ich gehen schon seit 20 Jahren mit dem Korb einkaufen und versuchen, ohne Plastiktüten auszukommen“, sagt Ludwig Schröder aus Schleswig. Er steht damit beispielhaft für viele andere Kunden in den Geschäften der Ladenstraße. Denn: Plastiktüten sind in Schleswig out! Und so könnte es sein, dass sie schon bald ganz aus der Innenstadt verschwinden.

Bereits im April vergangenen Jahres hatte die Ratsversammlung die Stadtverwaltung beauftragt, einen Runden Tisch zu diesem Thema einzurichten. Den Anstoß dazu hatten die Grünen gegeben. Deren Fraktionsvorsitzender Johannes Thaysen meinte damals: „Plastiktüten sind eine ganz reale Plage, eine sehr lang anhaltende dazu. Denn bis sie sich vollständig zersetzt haben, vergehen je nach Kunststoff 100 bis 500 Jahre.“ Sein Ziel war es, die Ladeninhaber dazu zu bewegen, freiwillig auf Plastiktüten zu verzichten. Hat sich seitdem wirklich etwas getan? Der Runde Tisch hat bis heute nicht getagt. Bis Mitte März solle es nun aber zu einem ersten Treffen kommen, sagt Thaysen nun auf SN-Nachfrage. Teilnehmen sollen unter anderem Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL).

Tüten aus Papier oder Stoff sind zwar in vielen Läden längst verfügbar, konnten die Plastiktüten bislang aber nicht ganz vertreiben. „Die Kunden sind in den letzten Jahren viel sensibler geworden und lehnen die Plastiktüte oft ab“, sagt die stellvertretende Filialleiterin der Buchhandlung Liesegang, Martina Wlodarczak. Deswegen sei man bei Liesegang auf der Suche nach einer Alternative. „Auch bei uns sind Papier- und Stofftaschen in Planung“, sagt Julia Hansen vom Modehaus I.D. Sievers. Diese seien jedoch in der Produktion wesentlich teurer als Plastiktüten. Deshalb zahlen auch die Kunden für einen Stoffbeutel in der Regel einen Aufpreis. „Wir bieten den Kunden hochwertige Baumwolltaschen an, die jedoch für 3,95 Euro gekauft werden müssen“, sagt auch Florian Albertsen von Capitano-Sports im Schwarzen Weg und fügt hinzu: „ Wir sind Sportler, wir sind immer nachhaltig.“ Doch wer keinen Beutel kauft, bekommt auch bei ihm noch immer automatisch eine Plastiktüte.

Im Drogeriemarkt Rossmann gibt es schon seit etwa einem Monat keine kleinen kostenlosen Plastiktüten mehr. „Auch die noch erhältlichen großen Plastiktüten sollen bald aus dem Laden verschwinden“, sagt die stellvertretende Filialleiterin Mandy Hecker. Stoffbeutel kosten hier 1,50 Euro. Etwas günstiger sind Tüten aus stabilem Kunststoff, die sich von den stark kritisierten Plastiktüten dadurch unterscheiden, dass sie lange wiederverwendbar sind.

Eigene Stofftasche und Einkaufskorb – dieses Bild sieht man also immer häufiger in der Ladenstraße. Auch für die Schleswigerin Anke Flor ist das längst Gewohnheit: „Seit fünf Jahren nehme ich mir einen Stoffbeutel mit“, sagt sie. Auch von Seiten des Stadtmarketings gibt es Bemühungen, diese Entwicklung zu fördern. Die „Wikingerstadt-Tüte“ aus Papier etwa wird über die IGL in vielen Läden vertrieben. „Bei dieser Aktion wollen wir den Namen Wikingerstadt in die Welt tragen und als Stadt ein Signal gegen das Plastik senden“, sagt Stadtmanager Rüdiger Knospe. Die Tüten seien so begehrt, dass sie in den meisten Läden schon vergriffen sind . „Demnächst wird es aber eine weitere Auflage geben.“

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