Schleswig : „Plan haben“ vermittelt Freunde

Stehen für das Projekt „Plan haben: (vorne v.l.) Psychologin Angelika Nielsen, Gleichstellungsbeauftragte Karin Petersen-Nißen, Tobias Morawietz (Kinder-Jugendschutzbund), Reinhard Hübner von der Diakonie und Maren Heidemann vom „Freiwilligendienst aller Generationen“, sowie (hinten v.l.) Petra Neumann, Leiterin des Kriminalpräventiven Rates, Volker Kumm (Autobahnpolizei Schuby), Initiatorin Julia Pfannkuch und Pate Bernd Herrfurth.
Stehen für das Projekt „Plan haben: (vorne v.l.) Psychologin Angelika Nielsen, Gleichstellungsbeauftragte Karin Petersen-Nißen, Tobias Morawietz (Kinder-Jugendschutzbund), Reinhard Hübner von der Diakonie und Maren Heidemann vom „Freiwilligendienst aller Generationen“, sowie (hinten v.l.) Petra Neumann, Leiterin des Kriminalpräventiven Rates, Volker Kumm (Autobahnpolizei Schuby), Initiatorin Julia Pfannkuch und Pate Bernd Herrfurth.

Seit 15 Jahren stellt das Schleswiger Patenschafts-Projekt Jugendlichen mit Problemen einen erwachsenen Helfer an die Seite.

shz.de von
18. Juli 2015, 07:15 Uhr

Das präventive Patenschafts-Projekt „Plan haben“ feiert dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Jetzt zogen die Verantwortlichen im Rathaus Bilanz, sprachen aber auch über zukünftige Pläne.

Bürgermeister Arthur Christiansen ist Vorsitzender des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Schleswig, der sich vor allem bemüht, Jugendkriminalität vorzubeugen. In seiner Begrüßungsrede betonte er, wie „immens wichtig“ derartige Projekte für die Stadt Schleswig seien, denn „die Leistung einer Stadt orientiert sich daran, was wir für das kleinste Glied tun.“

Genau das hat sich „Plan haben“ zum Ziel gemacht. Das Projekt unterstützt Kinder und Jugendliche mit familiären und sozialen Problemen, Schwierigkeiten beim Lernen, Perspektivlosigkeit und Zukunftsängsten. Zu diesem Zweck möchte „Plan haben“ den Jugendlichen einen „erwachsenen Freund“ an die Seite stellen, der sowohl Vertrauter, als auch Vorbild sein kann. Potentielle Paten werden vom sogenannten Lenkungsteam des Projektes, das sich um Organisatorisches kümmert, persönlich ausgewählt. Interessenten sollten volljährig sein und mindestens eine Stunde pro Woche Zeit für ihr Patenkind haben.

„Zur Zeit haben wir 15 aktive Patenschaften“, erzählte Reinhard Hübner vom Diakonischen Werk Schleswig. „Manchmal hatten wir das Problem, dass Patenschaften schnell wieder zu Bruch gingen. Manche dauerten allerdings auch bis zu fünf Jahre. Meistens entstand darüber hinaus noch eine lange Freundschaft.“ Ein Junge wurde zum Beispiel mit 13 Jahren vermittelt. Damals hatte er Probleme mit seinen Eltern und in der Schule, „heute macht er eine Ausbildung zum Mechatroniker und ist einer der Klassenbesten.“ Polizist Volker Krumm machte zudem deutlich: „Qualität geht für uns ganz klar über Quantität.“ Nicht immer sei es leicht, geeignete Paten zu finden. „Die Zahl geht allerdings deutlich bergauf.“

In 15 Jahren haben die „Plan haben“-Macher zahlreiche Schulen und Messen besucht. „Laufende Botschafter“ nahmen an Sportveranstaltungen wie dem „Lauf zwischen den Meeren“ teil und trugen dabei T-Shirts mit dem Logo. Die Büchertauschbörse ist eines ihrer eigenen Projekte.

Am 19. September soll eine Stadtrallye veranstaltet werden. Treffpunkt ist auf den Königswiesen um 13 Uhr, die Siegerehrung findet dann um 18 Uhr beim Kulturzentrum auf der Freiheit statt, wo anschließend ein großes Fest stattfindet. Teilnehmer, freiwillige Helfer und Spender werden immer noch reichlich gesucht. Mehr Informationen hierzu gibt es auf www.plan-haben.de. Im Rahmen der Feierlichkeiten werden zudem die Sieger eines Gewinnspiels bekannt gegeben werden. Bis zum 5. September hat man noch Zeit, den beiden Logofiguren von „Plan haben“ einen Namen zu geben. Vorschläge dürfen bis dahin per E-Mail an m.heidemann@schleswig.de eingeschickt werden. Dem Gewinner winken ein Gutschein für die Tolk-Schau im Wert von 100 Euro sowie die beiden Maskottchen als Stofftiere (siehe Foto).

Auch fürs nächstes Jahr ist bereits ein Plakatwettbewerb geplant, bei dem für mehr männliche Paten geworben werden soll. „Denn Jungen, die mit alleinerziehenden Müttern leben, brauchen dringend ein männliches Vorbild“, findet Karin Petersen-Nißen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schleswig.

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