Friedrichsberg : Pläne für Lidl-Markt vor dem Aus

Der Kreisverkehr an der Auffahrt zur B 76: Schleswig und Busdorf streiten seit Jahren darüber, ob sich hier ein Discounter ansiedeln darf.
Der Kreisverkehr an der Auffahrt zur B 76: Schleswig und Busdorf streiten seit Jahren darüber, ob sich hier ein Discounter ansiedeln darf.

Schleswig und Busdorf stehen vor einer Einigung über die Zukunft des Söhrn-Geländes am Eingang zum Friedrichsberg.

ove2.jpg von
11. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Die Lage ist verlockend für einen Lebensmittel-Discounter: Direkt an der Umgehungsstraße und an der Einfahrt in den Friedrichsberg ist ein großer Teil des Grundstücks des Baustoff-Handels Carl Söhrn seit Jahren ungenutzt. Die Firma Lidl hat schon lange einen Blick darauf geworfen. Die Stadt Schleswig jedoch möchte keine weiteren Lebensmittelmärkte am Stadtrand, um die Innenstadt und den Friedrichsberg nicht zu schwächen.

Der Haken: Die Stadt ist für Baugenehmigung auf dem Söhrn-Gelände gar nicht zuständig, denn das Grundstück liegt auf Busdorfer Gemeindegrund – auch wenn die Straße, an der sich der Baustoff-Handel befindet, zu Schleswig gehört.

Seit der Kreisverkehr vor der Riesbergbrücke 2008 fertig gestellt wurde, hat er eine abgesperrte Ausfahrt ins Nirgendwo. Von hier sollen die Autofahrer eines Tages auf das Söhrn-Gelände gelangen können. Busdorfs Bürgermeister Ralf Feddersen und seine Gemeindevertretung standen den Plänen von Lidl und der Familie Schoppmeier-Söhrn bisher positiv gegenüber. „Es entspricht nicht den Prinzipien unserer Gemeinde, Investitionen zu verhindern“, sagte Feddersen vor einiger Zeit gegenüber den SN. Davon rückt er auch jetzt nicht ab, schränkt jedoch inzwischen ein: „Es könnte sein, dass sich die Pläne für einen Lidl-Markt in dieser Form nicht umsetzen lassen.“

Die Kreisverwaltung hatte eine Bauvoranfrage für einen Discountermarkt bereits im vergangenen Jahr positiv beantwortet. Die Gemeinde Busdorf erteilte ihr Einvernehmen. Der Schleswiger Bauausschuss legte mit einem einstimmigen Beschluss Widerspruch ein. In den letzten Monaten hatte es dann immer wieder Gespräche zwischen der Stadt Schleswig, der Gemeinde Busdorf und der Landesplanung im Kieler Innenministerium gegeben.

Es sei noch zu früh, Ergebnisse bekanntzugeben, sagt Feddersen. Antje Wendt, die Sprecherin der Schleswiger Stadtverwaltung, verrät etwas mehr: „Die Gespräche zwischen den beiden Partnern und die Planungen nehmen eine positiven Verlauf“, berichtet sie. Auf dem Gelände werde ein Gewerbegebiet entstehen, an dem Schleswig und Busdorf gemeinsam beteiligt sind – nach dem Vorbild des interkommunalen Gewerbegebiets an der Autobahnanschlussstelle in Schuby – nur dass es sehr viel kleiner wird und sich nicht wie in Schuby 23 Gemeinden daran beteiligen, sondern nur zwei. „Es steht fest, dass dort kein innenstadtrelevanter Einzelhandel entstehen wird“, sagt Wendt. Ein Lidl-Markt wird dort also nicht möglich sein. „Dies ist auch im Sinne der Landesplanung in Kiel, die intensiv mit einbezogen wurde“, betont die Stadtsprecherin.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen