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Sörup : Pläne für Baugebiet sorgen weiter für Ärger

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Firma M. Jürgensen warnt auf einer Bürgerversammlung neuerlich vor der Erschließung des Baugebietes Elkierdamm.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 07:03 Uhr

Sörups neuer Bürgermeister Dieter Stoltmann und die Gemeindevertreter stehen vor einer schweren Aufgabe: Im Streit um die Ausweisung des Baugebietes Elkierdamm (wir berichteten) versprach Stoltmann, eine tragfähige Lösung zu finden, die den Wunsch der Gemeinde nach der Ausweisung neuer Baugrundstücke berücksichtigt, aber auch die Interessen der Gewerbebetriebe.

Über 70 Besucher hatten sich – zum Teil stehend – im Söruper Gemeindehaus eingefunden, um sich im Rahmen der geforderten Öffentlichkeitsbeteiligung über das Baugebiet zu informieren. Unter den Besuchern waren viele Mitarbeiter der Firma M. Jürgensen, die sich durch die Ausweisung des Baugebiets in ihren betrieblichen Belangen beeinträchtigt sieht und mit der Ankündigung, in Zukunft nicht mehr in Sörup investieren zu wollen, zur Diskussion beigetragen hat.

Frank Sass von der Ingenieurgemeinschaft Sass & Kollegen stellte mit seinem Kollegen Frank Matthiessen die Planung vor. Sie unterstrichen, dass sie im Auftrag der Gemeinde zu erkunden haben, welche Flächen für eine Wohnbebauung zur Verfügung stehen. Neben Elkierdamm habe man auch Flächen westlich der Bahn am Schießstand betrachtet. Die gutachterliche Überprüfung habe diese Fläche wegen des Schützenstandes ausgeschlossen, dagegen wurde Elkierdamm als geeignet bezeichnet.

M.-Jürgensen-Geschäftsführer Andreas Willim bezeichnete die Aussagen der Gutachter zu den Immissionswerten als nicht haltbar. Dies sei in mehreren Gesprächsrunden den beteiligten Planern und Gemeindevertretern immer wieder deutlich gemacht worden. Auch wenn das Unternehmen alle Immissionsschutzauflagen penibel erfülle, gebe es für die Menschen in der Nähe Belästigungen, so Willim. Daher sei es eine Katastrophe, wenn in 300 Metern Entfernung vom Fabrikgelände ein Baugebiet entstünde – mit der Gefahr, dass die Firma laufend in juristische Auseinandersetzungen hineingezogen wird. Willim bedauerte, dass die Sorgen des Unternehmens bisher so wenig Gehör gefunden haben und appellierte an Planer und Gemeindevertreter, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Gerd Lassen, Inhaber eines landwirtschaftlichen Lohnunternehmens, dessen Betriebsflächen noch dichter am geplanten Baugebiet liegt, schloss sich der Forderung von Willim an, das Baugebiet auf einer anderen Fläche auszuweisen, und stellte die Frage, ob es sich lohne, wegen 30 Häusern in Sörup so viel aufs Spiel zu setzen. „Auch ich bin nicht glücklich über die Planung“, sagte Bio-Landwirt Peter Heinrich Petersen. Auch er habe Sorgen, dass er ständigen Beschwerden ausgesetzt sein könnte.

Anlieger Klaus Hansen machten deutlich, dass man Lärm hört, auch wenn man sich daran gewöhnt habe. Er würde in diesem Baugebiet kein Haus bauen. Stefan Kramp warnte die Gemeindevertretung davor, das Baugebiet mit Gewalt durchzuziehen und machte den Vorschlag, mit einer Ortsplanung klare Verhältnisse zu schaffen. Klaus Rutenberg rief zum Kompromiss auf und monierte, dass man diesen nicht schon vorher gesucht habe.

Planer Sass teilte mit, dass die Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahmen noch nicht vollständig abgegeben haben. Erst dann könne entschieden werden, ob Elkierdamm als Bauland taugt. Bürgermeister Stoltmann machte deutlich, dass eine Lösung gefunden werde, mit der alle Beteiligten leben können.

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