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Schleswiger Nachrichten

23. November 2017 | 19:45 Uhr

Schleswig : Pfau schon wieder auf Abwegen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Pfau „Antoine“ ist schon wieder aus dem Schleswiger Reitsportzentrum ausgebüxt – er kam bis zum Waldschlösschen.

von
erstellt am 05.Mai.2017 | 11:00 Uhr

Die Zeiten, in denen „Antoine“ unerkannt durchs die Gegend spazieren konnte, sind vorbei. Wenn Schleswigs derzeit prominentester Vogel irgendwo auftaucht, wissen viele Schleswiger inzwischen, wo sie anrufen müssen: bei Gerlint Rode vom Reitsportzentrum in der Husumer Straße. Ihr gehört der exotische Vogel, der vor zwei Wochen Schlagzeilen machte, weil er plötzlich im Garten der Familie Wessling am Voßberg auftauchte – und tagelang einfach blieb.

Jetzt war „Antoine“ erneut auf Abwegen. Er ist sogar noch etwas weiter gekommen als beim letzten Mal. Aber das dürfte daran gelegen haben, dass er diesmal bewohntes Gebiet weitgehend mied. Statt über die Hermann-Clausen-Straße und die Flensburger Straße wanderte er diesmal durch den Tiergarten. Entdeckt wurde er schließlich, als er am Kolonnenweg das „Waldschlösschen“ erreichte. Ob er das Vier-Sterne-Hotel wohl ansteuerte, weil er es als angemessenere Heimstatt empfindet als Gerlint Rodes Reiterhof? Einiges spricht dafür. Zu Rodes Bekanntenkreis zählt nicht nur jener Mann, der ihr den Pfau kurz vor Ostern überließ, weil er zu Hause keinen Platz hatte. Sie ist auch mit einer ausgebildeten Tierkommunikatorin befreundet – und die hat sich nun einmal etwas näher mit „Antoine“ unterhalten. Seitdem weiß Gerlint Rode überhaupt erst, wie der Pfau heißt. Er soll der Tierkommunikatorin seinen Namen verraten haben – und noch eine Reihe weiterer Details aus seinem bislang unbekannten Vorleben. Zum Beispiel, dass er von einem Königshof stammt. Auf dem Reiterhof, sagt seine Dolmetscherin, fühlte der Pfau sich unwohl. Die Pferde, die ihn umgeben, empfinde er als unter seinem Niveau. Insgesamt hatte die Tierkommunikatorin den Eindruck, dass „Antoine“ ein recht arroganter Zeitgenosse ist.

Gestern musste er nun erst einmal hinter verschlossenen Türen bleiben. Im Stall hatte er zwar reichlich Auslauf, zog es aber vor, auf einer Stange zwischen zwei Pferdeboxen sitzen zu bleiben.

Weitere Äußerungen von „Antoine“ sind nicht bekannt. So ist unklar, ob er seine frühere Gefährtin vermisst. Gemeinsam mit ihm war seinerzeit auch ein Pfauenweibchen ins Reitsportzentrum gezogen. Ihren ersten Fluchtversuch unternahmen die beiden gemeinsam. Allerdings trennten sich ihre Wege schnell – und das Weibchen wurde zunächst am Taterkrug gesehen und taucht seither immer wieder mal zwischen den Gräbern des Michaelisfriedhofs auf. Bislang sind aber alle Versuche, es einzufangen, fehlgeschlagen.

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