Amt Südangeln : Personalproblem bei der Feuerwehr

Kreisbrandmeister Mark Rücker (von links) beförderte Dieter Held, Ingo Dietz und Ortwin Ricklefsen zu Brandmeistern. Südangelns Amtswehrführer Klaus Uck gratulierte.
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Kreisbrandmeister Mark Rücker (von links) beförderte Dieter Held, Ingo Dietz und Ortwin Ricklefsen zu Brandmeistern. Südangelns Amtswehrführer Klaus Uck gratulierte.

Versammlung der Wehrführer: Die Mitgliederzahl ist seit 2010 um um fünf Prozent gestiegen, aber Zahl die der Atemschutzgeräteträger ist rückläufig.

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13. Januar 2015, 12:00 Uhr

110 Mal sind die Wehren des Amtes Südangeln im vergangenen Jahr alarmiert worden. In 56 Fällen wurden Hilfsleistungen der Kameraden gebraucht, 44 Mal ging es zum Brandeinsatz und zehn Mal handelte es sich um einen Fehlalarm. Amtswehrführer Klaus Uck bezeichnete das Jahr 2014 als „eher normal“. Auch konnte er in der Wehrführerdienstversammlung des Amtes Südangeln auf kontinuierlich gestiegene Mitgliederzahlen verweisen. Zum Jahreswechsel gehörten 660 Männer und Frauen den Einsatzabteilungen an – fünf Prozent mehr als im Jahr 2010. Doch damit will Uck sich nicht zufrieden geben – vor allem, weil die Zahl der Atemschutzgeräteträger sogar rückläufig sei. „Nach Brandschutzplan sind wir bei den Personalzahlen immer noch nicht im grünen Bereich“, erklärte er. Deshalb müsse die Mitgliederwerbung auch weiterhin hohe Priorität genießen. Bei der technischen Ausstattung aller Wehren stünde die Ampel des Brandschutzbedarfsplans allerdings auf „Grün“.

Auch Amtsvorsteher Edgar Petersen ging auf das Personalproblem ein. „Die Einsatzzahlen der Feuerwehren steigen stetig, die Belastungsgrenze ist längst erreicht und auch zum Teil schon überschritten“, sagte er. Die Wehren seien notwendiger denn je, aber es fehle einfach der Nachwuchs. Daran müssten alle arbeiten. Ein erster Schritt sei die Einrichtung der Jugendräume für die beiden Jugendfeuerwehren in der Grundschule Tolk. Er kündigte deren offizielle Übergabe für Freitag, 24. April, um 15 Uhr an.

Weiterhin empfahl er den Feuerwehren, in manchen Orten gerätetechnische Schwerpunkte zu bilden, da nicht jede Feuerwehr alle Geräte haben könne und müsse. Die Haushalte der Gemeinden seien bereits am Limit und würden sich in den nächsten Jahren kaum verbessern.

Die Jugendfeuerwehrwarte bestärkten mit ihren Berichten die in sie gesetzten Hoffnungen. Marco Truelsen betreut im nördlichen Bereich 24 Jungen und sechs Mädchen. „Nehmt sie mit offenen Armen auf, unterstützt und fördert sie“, rief er den Wehrführern zu. Björn Wilke konnte im südlichen Bereich sogar auf 40 Mitglieder und eine Warteliste hinweisen. Ein 15-köpfiges Team kümmere sich dort um die Ausbildung und Betreuung der Nachwuchskräfte. An 180 Tagen sei im letzten Jahr Dienst geleistet worden oder es wurden fördernde Tätigkeiten ausgeübt.

Kreisbrandmeister Mark Rücker nahm Stellung zur Neuordnung der Kameradschaftskasse. „Es ist eine Frechheit, wie man auf diesem Gebiet mit der Freiwilligen Feuerwehr umgeht“, erregte er sich. 150 Jahre lang sei das alte System nicht angefochten worden und jetzt verlange man im Eiltempo eine Buchführung, die bisher noch nicht einmal alle Ämter eingeführt hätten. Auf Nachfrage versprach er die offizielle Festlegung der Gerätetypen des Digitalfunks für den Mai und dessen Einführung im Herbst 2015.

Danach beförderte er die Wehrführer Ortwin Ricklefsen (Uelsby), Ingo Dietz (Ekeberg) und Dieter Held (Havetoft) zu Brandmeistern. Petra Wilke wurde zur neuen Kassenführerin gewählt, da Rüdiger Krämer aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stand.

Vier Freiwillige Feuerwehren des Amtes feiern in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen: Schaalby 29. Mai, Süderfahrenstedt 12. Juni, Klappholz 26. Juni und Brodersby 17. Juli. Außerdem findet am 19. September wieder der „Lauf zwischen den Wehren“ in Nübel statt.

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