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Von Nübel nach SÜdfrankreich : Pastor Lars Aue geht nach Toulouse

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach 13 Jahren verlässt Pastor Lars Olaf Aue die Nübeler St. Marienkirche und übernimmt die deutschsprachige Gemeinde in Toulouse.

Allein und mit zu wenig Möbeln für das 288 Quadratmeter große Nübeler Gemeindehaus hatte Lars Olaf Aue vor 13 Jahren seine erste Pastorenstelle nach dem Vikariat angetreten. „Ich kannte den Ort vorher nicht“, erinnerte er sich beim gestrigen Gottesdienst in der St. Marienkirche. Es war sein letzter als Pastor der 1600 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde, zu der auch Neuberend zählt: Es zieht ihn nach Frankreich. Am ersten September wird er in Toulouse die Pastorenstelle in der deutschsprachigen Gemeinde übernehmen. Doch diesmal ist er nicht mehr allein, denn seine Frau Marthe sowie die gemeinsamen Töchter Elisabeth und Rahel werden ihn begleiten.

„Meine Frau und ich sind gerne hier in Nübel, aber wir hatten den Wunsch, nochmal im Ausland zu leben“, sagte der 48-Jährige bei seiner feierlichen Verabschiedung, die vom Kirchengemeinderat organisiert worden war. Aktiv auf der Suche sei er nicht gewesen, als ihm die Evangelische Kirche Deutschland die vakante Stelle in Toulouse angeboten hätte. „Frankreich war gar nicht auf unserem Schirm“, sagte er – es hätte auch irgendwo anders hingehen können.

Letztlich habe er sich über Pfarrstelle und Gemeinde informiert und spontan seine Bewerbungsunterlagen eingereicht. Im März kam die Nachricht, dass er die Stelle bekommen hat. Bevor es los geht, müssen er und seine Frau einen Sprachkurs absolvieren. „Mein Schulfranzösisch reicht für ein Leben dort nicht aus“, sagte er.

Der letzte Gottesdienst habe sich gut angefühlt, meinte er – auch wenn die „warmen Worte den Abschied nicht leicht machen“. Das sei auch das Ziel gewesen, meinten die Mitglieder des Kirchengemeinderats mit Wolfgang Tismer an der Spitze. Ein „Schock“ sei es gewesen, als sie Ende März von dem Weggang ihres Pastors erfahren hätten, sagte Maike Stock vom Kirchengemeinderat. Die anbahnende Veränderung „hätten wir allerdings merken müssen“, ergänzte. Man habe nicht wahrhaben wollen, dass ihr Pastor die langen Jahre zwischen Vikariat und Rente nicht unbedingt in Nübel bleiben würde.

„Er hat uns seine Freundschaft entgegengebracht“, blickte sie auf die 13 gemeinsamen Jahre zurück. Die Zusammenarbeit habe gut geklappt und „keine Idee ist verrückt genug gewesen“, meinte sie und erinnerte an den Casinoabend, mit dem sie Jugendliche ansprechen wollten. „Und es hat geklappt, das Haus war voll.“ Auch Lars Aue erinnerte sich gerne daran, dass er sich in Nübel ausprobieren konnte: „Man hat mich gewähren lassen.“ Der Kirchengemeinde kommt zugute, dass sich die Arbeit nicht auf ihn als Pastor konzentrierte, sondern von vielen Gemeindemitglieder mitgestaltet wurde. „Du hast ein einladendes Haus zusammengebaut, das der Gemeinde bleibt“, fasste es Propst Helgo Jacobs zusammen, der ihn aus seinen Pflichten entließ.

Zukünftig muss die Kirchengemeinde noch näher zusammenrücken – einen Nachfolger für die vakante Pastorenstelle gibt es nicht. Vielmehr sollen die fünf Pastorenstelle der Region Angeln-Süd mit den Gemeinden Nübel, Böklund, Brodersby-Kahleby-Moldenit, Taarstedt, Thumby-Struxdorf, Tolk und Uelsby auf vier gekürzt werden. Wie genau das aussehen wird, darüber entscheide die Synode, so Maike Stock – aber erst Ende 2018.

Als Vertretung werden zunächst Pastor Christoph Tischmeyer für Neuberend und Pastorin Dörte Boysen für Nübel zuständig sein und neben Beerdigungen, Taufen und Trauungen auch zwei Gottesdienste im Monat übernehmen. Die übrigen würden emeritierte Pastoren, der Gospelchor oder „wir als Team“ gestalten, so Stock. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass bis Weihnachten an jedem Sonntag ein Gottesdienst in der Nübeler Marienkirche stattfinden wird.

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erstellt am 29.Mai.2017 | 07:52 Uhr

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