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Hochwasser : Ostwind drückt Schlei über die Ufer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sturmböen über der Ostsee schieben Wassermassen Richtung Schleswig. Promenade und Teile der Königswiesen überschwemmt.

Der starke Ostwind mit Windböen um die 70 Stundenkilometer hat in der inneren Schlei gestern für ungewöhnlich hohe Pegelstände gesorgt. In Schleswig und in Fahrdorf trat das Wasser an zahlreichen Stellen über die Ufer. Die Promenade an der Schleistraße etwa stand komplett unter Wasser, auch der Schleikanal auf den Königswiesen war übergelaufen.

Bereits am Sonnabend hatte der Deutsche Wetterdienst eine Sturmflut-Warnung für die Ostseeküste herausgegeben: In der Kieler Bucht wurden gestern Wasserstände von bis einem Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet, im Nordwesten – also Richtung Flensburger Förde – in Spitzen auch bis 1,2 Meter.

Das hatte auch Folgen für die Schlei. In Kappeln stand gestern Nachmittag das Wasser so hoch, dass der historische Heringszaun nicht mehr zu sehen war. Ein schlechtes Zeichen für die weiter westlich gelegenen Schlei-Anlieger, wie auch Birgit Patzig weiß. „Wir beobachten übers Internet ständig die Wasserstände bei Schleimünde. Denn der Ostwind schiebt das Wasser ja Richtung Schleswig“, erklärte die Inhaberin des Hotel „Strandhalle“ gestern auf SN-Nachfrage. Zwar hatte das Hochwasser gegen Mittag bereits den Keller des Gasthauses zu Teilen überflutet. „Aber das hatten wir auch schon schlimmer. Unsere Pumpen laufen, das wird schon“, meinte sie.

Auch auf dem gegenüber liegenden Schleiufer war man in Habacht-Stellung. „Wir sind vorbereitet“, sagte Gastronomin Tanja Hempfing vom „Alten Fährhaus“ in Fahrdorf. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Sven sicherte sie die Kellerfenster des Gebäudes mit Schotten ab. Gestern Abend hatte das Wasser das frisch renovierte Gasthaus noch nicht ganz erreicht. Falls es aber doch in den Keller eindringen sollte, würden auch dort umgehend die installierten Pumpen eingesetzt.

Auch heute noch sind an der Ostseeküste bis in den Abend teils stürmische Böen aus östlicher Richtung vorhergesagt. „Mal sehen, was da noch kommt“, meinte Schleswigs Wehrführer Sönke Schloßmacher. Bis Redaktionsschluss musste die Feuerwehr zu keinem Hochwasser-Einsatz ausrücken.

 

 

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erstellt am 20.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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