Idstedt : Ortsmitte mit Geschichte

Die Idstedter stellten in der Ortsmitte einen Thing-Baum auf.
Die Idstedter stellten in der Ortsmitte einen Thing-Baum auf.

Die Gemeinde Idstedt weiht ihren neuen Thingplatz ein. Im Mittelalter wurden dort Gerichtsverhandlungen abgehalten.

shz.de von
15. Mai 2018, 10:15 Uhr

Auf dem freien Platz an der Kreuzung bei der Au in der Ortsmitte – als „Thingplatz“ bekannt – trafen sich die Idstedter Einwohner bisher einmal im Jahr zur Weihnachtsbaumaktion. Künftig dürfte sich der Platz zu einem echten Dorfmittelpunkt entwickeln: Denn jetzt wurde er zum Abschluss der Verschönerungsarbeiten feierlich eingeweiht.

Im Mittelpunkt der neu angelegten Fläche steht jetzt ein „Thing-Baum“, der unter dem Wappen der Gemeinde die im Ort aktiven Vereine und Institutionen mit bunten Schildern präsentiert. Freiwillige Feuerwehr, Sportschützen im VfL Eiche, Schützenverein, Kinderfest, Pétanque Club, Schlepper-Freunde, gemischter Chor, DRK und Angelsportgemeinschaft – sie alle waren mit Verantwortlichen und weiteren Mitgliedern vertreten, als Bürgermeister Edgar Petersen den vier Sponsorenfirmen dankte und auf die mittelalterliche Bedeutung Idstedts hinwies: Im zentral gelegenen Ort des gleichnamigen Syssels, der als südlichste Verwaltungseinheit Dänemarks schon die Grenzen des heutigen Kreisgebietes vorwegnahm, wurde der Thing abgehalten – damals Schlichtung oder Verurteilung bei Streitigkeiten und Straftaten. „Und so werden wir auf diesem Platz noch so manches Mal Gericht halten“, kündigte der Bürgermeister an.

Edgar Petersen wird dann allerdings nicht mehr im Amt sein. Nach 20 Jahren als Bürgermeister tritt er aus der Kommunalpolitik ab. Aus diesem Anlass hat er sechs Eiben gestiftet, die am Westende des Platzes einen Steinring umrunden, mittig thront ein sechs Tonnen schwerer Findling. So soll es nach der Überlieferung auch im Mittelalter ausgesehen haben. Eiben waren Freya, der Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit gewidmet. Sie gaben der Ortschaft den Namen Iistathe (Eibenstätte).

Weitere Treffen an diesem historischen Ort sind bereits geplant: In jedem Herbst wird der Thing-Baum heruntergenommen und im Mai wieder aufgestellt. Legt man das Interesse der Einwohner zugrunde, ist damit eine weitere Tradition zur Zusammenkunft mit Gegrilltem und Getränken begründet.

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