Domschule : Orientierungshilfe für die Berufswahl

Moritz Hermes und Lisa Winterscheidt informierten sich über verschiedene Berufe und nahmen an einem Coaching teil.
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Moritz Hermes und Lisa Winterscheidt informierten sich über verschiedene Berufe und nahmen an einem Coaching teil.

Informationstag an der Domschule: Mehr als 30 Referenten zeigen den Schülern Perspektiven auf.

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27. Januar 2018, 08:19 Uhr

„Und nun hab’ ich hier das Paradies vor mir, und ich kann es nicht genießen, geblendet von der Angst und blockiert von all dem Wissen“, singt Jan Delay in dem Lied „Kopfkino“. „Diese Zeilen“, erklärt Werner Dawid, Koordinator für Wirtschaft und Beruf an der Domschule, „beschreiben den Übergang von der Schule in das Leben danach aus Sicht eines Schülers“ – so zumindest stelle er sich das vor. Um den Schülern bei der Orientierung zu helfen, fand gestern ein Berufsinformationstag in den Räumen der Domschule statt, der den Schülern der Vorabijahrgänge eine große Bandbreite an Möglichkeiten aufzeigte, die sie nach dem Abitur einschlagen können.

Wipo-Lehrer Werner Dawid organisierte den Informationstag und hatte dazu 34 Referenten aus den verschiedensten Bereichen eingeladen, die den Schülern und in einer zweiten Runde auch den Lehrern ihre Tätigkeiten präsentierten. Unter den Referenten waren unter anderen Banker, Mediziner, Bundeswehrsoldaten, Journalisten, Polizisten, Hebammen sowie Vertreter von Hochschulen und ein Experte für Cybersicherheit.

Wipo-Lehrer Werner Dawid.
Wipo-Lehrer Werner Dawid.
 

Gleichzeitig fand für die Lehrer ein Schulentwicklungstag statt. Hier ging es in erster Linie darum, wie die Pädagogen den Schülern Orientierung in einer sich ständig wandelnden Welt geben können. In einem Impulsreferat zum Thema „Anforderungen der Wirtschaft an Schulabgänger und die Rolle der Lehrkräfte“ erklärte Diplom-Psychologe Claus Peter Müller-Thurau, Dozent und Personalberater aus Hamburg, den Lehrkräften, auf welche Persönlichkeitseigenschaften es in der Arbeitswelt ankommt. Dabei geht der Referent von einer Wirtschaft aus, die den zukünftigen Schulabsolventen eine Menge Flexibilität abverlangt, denn nichts sei beständiger als der Wandel. Somit gehe es darum, den Schülern, neben dem klassischen Lehrstoff auch sogenannte Softskills zu vermitteln, die ihnen die Orientierung und die Beständigkeit im Wandel erleichtern. „Da geht es um Empathie, Zielsetzung, interkulturelle Kompetenz, Wahrnehmung, Belastbarkeit und vieles mehr“, erklärt Dawid. Noten seien für die Unternehmen zu wenig aussagekräftig, es gehe viel mehr darum, wie sich die Schüler in einer immer komplexer werdenden Welt durchschlagen, wie sie – auch kritisch und reflektiv – mit dem ständigen Wandel umgehen können, sich weiterentwickeln, ohne Angst vor Veränderung zu haben.

Insgesamt 330 Schüler der Domschule, Lornsenschule, des BBZ und des Internats Louisenlund nahmen an dem Info-Tag teil. In vier Durchgängen konnten sie sich bei verschiedenen Referenten informieren. Das taten auch die 16-jährige Lisa Winterscheidt von der Lornsenschule und der 17-jährige Mortitz Hermes aus dem 12.  Jahrgang der Domschule. „Ich habe mir vier ganz unterschiedliche Stationen ausgesucht“, erzählte Lisa Winterscheidt, die sich über das breit gefächerte Angebot freute, da sie noch nicht wisse, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Beim Landestheater sei die Schülerin erstaunt gewesen, wie viele Berufe man dort – neben der Schauspielerei – ausüben könne. „Spannend fand ich die Infos zu den Freiwilligendiensten und wie man einen für sich passenden Bereich finden kann“, sagte Lisa Winterscheidt, die nach dem Abitur einen Freiwilligendienst absolvieren möchte. Außerdem nahm die Schülerin an einem Coaching und einem Management-Training teil.

Moritz Hermes weiß schon genau, in welche Richtung es gehen soll, und hat sich ganz fokussiert auf die Suche gemacht: „Ich habe mich bei der Bundeswehr informiert, die haben über die verschiedenen Sparten, Risiken und Pflichten gesprochen.“ Als Alternative habe er sich über die berufliche Laufbahn bei der Polizei und bei den Fluglotsen informiert. Beide Schüler konnten viel aus dem Angebot ziehen. Ihr Fazit: „Das ist eine tolle Möglichkeit, und die Referenten waren gut vorbereitet und haben das altersgerecht rübergebracht.“

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