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Kreis Schleswig-Flensburg : Offensive für Bus und Bahn

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der neue Regionalen Nahverkehrsplan für den Kreis Schleswig-Flensburg soll das Leben auf dem Dorf attraktiver machen.

Auf über 600 Seiten findet sich niedergelegt, was ein Planungsbüro und ein gemeinsamer Arbeitskreis aus Flensburg, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg über eineinhalb Jahre erarbeitet haben: ein neuer Regionaler Nahverkehrsplan (RNVP). Erstmals im Land berücksichtigt ein solches Werk nicht nur einen Kreis, sondern das öffentliche Nahverkehrsgeflecht dreier Gebietskörperschaften – Schleswig-Flensburg, Flensburg und Nordfriesland (ÖPNV). Der Kreistag hat dem Mammutwerk am Mittwoch seinen Segen gegeben. Es soll die Qualität von Bus- und Bahnverkehr im ganzen Norden sichern, alternative Bedienformen wie Bürgerbusse einzubinden helfen und dabei auch den Herausforderungen der sich wandelnden demografischen Bedingungen gerecht werden.

„Wir haben mit dem Plan die echte Chance, den ländlichen Raum attraktiver zu machen“, sagte der Vorsitzende des Werkausschusses, Holger Tschiesche (SPD). Was vorliege, höre sich nicht spektakulär an, sagte er. „Das ist es aber!“ Hervorzuheben sei vor allem, dass künftig verbindliche Standards für alle Ebenen des Bus- und Bahnverkehrs festgelegt würden. SPD-Fraktionschef Ingo Degner bezeichnete den gemeinsamen RNVP zwar nicht wie Tschiesche als „historisch“, aber zumindest als „Besonderheit“. SSW-Sprecher Rainer Wittek nannte ihn einen „großen Wurf“.

CDU-Verkehrsexperte Thomas Jepsen, dem Kreispräsident Ulrich Brüggemeier zu Beginn der Sitzung mit einem Schmunzeln zum Einzug in den Bundestag gratuliert hatte (siehe Artikel oben), fasste die erhofften Effekte des Planes zusammen: „Wir wollen die Linienverbindungen auf verschiedenen Ebenen zu einem hochwertigen Buslinien-Grundnetz weiterentwickeln, die Angebotshäufigkeit zu einem verlässlichen Gesamtangebot ausweiten und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Pkw mit hoher Angebotsqualität – zum Beispiel mit WLan und anderem Komfort – erhöhen.“

Er erinnerte daran, dass der RNVP den Rahmen vorgeben solle für die Entwicklung des ÖPNV in der Region. „Es ist kein Fahrplan und er kann jederzeit geändert werden.“ Damit trat er Befürchtungen insbesondere der Freien Wähler entgegen, dass viele offene Fragen nach einer Zustimmung durch den Kreistag ungeklärt blieben.

Wie werden die Aufträge vergeben? Was ist mit der Tariftreue der Busunternehmen? Werden die künftigen Leistungen öffentlich ausgeschrieben? Unter anderem diese Fragen stellte Klaus-Dieter Wagner, Fraktionschef der Freien Wähler, in den Raum und regte an, den Teil des Plans noch einmal zurückzustellen, der explizit den Kreis Schleswig-Flensburg beleuchtet. Gleiches forderte Rainer Wittek (SSW), allerdings unter Verweis auf einen Antrag der CDU, der vorsah, im Hinblick auf Änderungen in der Management-Ebene beim Kreis noch keine Pflöcke einzuschlagen. Entsprechende Formulierungen aus dem Plan wurden schließlich auf Vorschlag der SPD gestrichen, so dass die Mehrheit der Kreistagspolitiker dem Plan letztlich bei acht Enthaltungen zustimmten.

>Infos zum RNVP unter www.schleswig-flensburg.de, Rubrik: Wirtschaft und Umwelt.

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erstellt am 30.Jun.2017 | 12:27 Uhr

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