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Schleswig : Offene Gespräche bei türkischem Tee

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der islamische Kulturverein öffnete am Sonnabend seine Gebetsräume zum Tag der offenen Moschee.

„Für junge Menschen ist das Zusammenleben mit Muslimen viel selbstverständlicher, als für uns Ältere“, sagte Bärbel Jägel aus Schleswig und fügte an: „Die Zahl der Flüchtlinge wächst täglich, deswegen wird es immer wichtiger, sich gegenseitig zu verstehen. Darum bin ich hier.“ Gemeinsam mit vielen anderen interessierten Gästen wurde sie am Sonnabend anlässlich des Tages der offenen Moschee von den Mitgliedern der türkisch-islamischen Gemeinde in deren Räumen an der Friedrichstraße mit einem Glas Tee und typisch türkischem Gebäck begrüßt.

Irma Hansen war gleich ganz begeistert von dem Kuchen mit Spinat: „Ich weiß, wer ihn gebacken hat und habe gleich nach dem Rezept gefragt“, erzählte sie. Auch Ronald Laag kam auf seine Kosten. Er freute sich, dass er gerade rechtzeitig gekommen war, um das 14-Uhr-Gebet als Gast mitzuerleben. „Ich habe in den vergangenen Jahren den Tag der offenen Moschee erst immer hinterher in der Zeitung wahrgenommen. Diesmal war ich besser vorbereitet.“

Die Moschee im Friedrichsberg ist äußerlich als solche kaum auszumachen. Es gibt einen ganz normalen Hauseingang im Hinterhof des Hauses in der Friedrichstraße 24, dem eine Treppe folgt. Diese ist dann – auch für Gäste – nur noch ohne Schuhe zu betreten. Dem Aufgang schließt sich gleich ein Gebetsraum an. „Wer hier gemeinsam beten möchte, kann dies fünfmal am Tag tun. Viele machen das aber auch allein zu Hause“, erzählte Mustafa Kayar aus dem Vorstand des Vereins, als er den Besuchern den Raum zeigte. Nur ein großer bunter Teppich liegt dort auf dem Fußboden. „Bevor wir anfangen, müssen wir uns nach einem bestimmten Ritual Hände und Gesicht waschen“, erklärte Kayar weiter. Dabei machte er noch einmal deutlich, dass es für Männer und Frauen getrennte Gebetsräume gibt, „damit sich niemand im Gebet gestört fühlt oder abgelenkt wird“.

Auch die jungen Frauen Saziye Kilicikesen und Neziha Öz beantworteten – neben vielen anderen Helfern – die zahlreichen Fragen der Gäste. Einige Beispiele: Darf der Imam heiraten? Antwort: Ja! Müssen Muslime eine Art Kirchensteuer zahlen? Antwort: Nein! Einige Besucher waren auch gekommen, da sie im Rahmen der Flüchtlingshilfe Muslime betreuen und sich nun über Rieten und Umgangsformen informieren wollten.

Der Tag der offenen Moschee stand dieses Jahr unter dem Motto: „Junge Muslime in Deutschland, motiviert, engagiert, aktiv.“ Schirmherrin war Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Die Moschee ist übrigens nicht nur heute allen Interessierten zugänglich“ sagte Neziha Öz, „tagsüber ist die Tür immer auf.“








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