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Neues Baugebiet : Öko-Wärme für den Berender Redder

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Im zweiten Bauabschnitt im Norden von Schleswig entstehen 123 Grundstücke. Die Erschließungsarbeiten beginnen im März . Stadtwerke planen neuartige Energieversorgung

Es soll ein Rundum-Sorglos-Paket werden, das die künftigen Hausbesitzer am Berender Redder erwartet: Ein neu entwickeltes Energiekonzept, bei dem Wärme aus dem Erdreich sowie auch aus dem Mühlenbach gewonnen wird.

Sich wohlig im warmen Wohnzimmer auf der Couch räkeln und sich keine Gedanken um Energie und Brennstoffe fürs Heim machen – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch Stadtwerkechef Wolfgang Schoofs und Bürgermeister Arthur Christiansen präsentieren jetzt ein Konzept, das dieser Vorstellung entspricht. Es soll landesweit erstmalig im Schleswiger Baugebiet am Berender Redder angewandt werden und funktioniert nach dem physikalischen Prinzip der „kalten Nahwärme“. Energieexperten sprechen von einem ökologischen Erfolgsmodell für die Zukunft.

Wenn bereits im März die Erschließungsarbeiten am Berender Redder für den zweiten Bauabschnitt mit 123 Grundstücken Bauplätzen beginnen, dann werden gleichzeitig die Stadtwerke tätig. Kunststoff-Rohrpaare werden bis zu 1,50 Meter tief und mit einem Abstand von einem Meter ins Erdreich verlegt – als Vorbereitung für die Wärmegewinnung und den Transport zu den Verbrauchern. Der Mühlenbach kommt dabei ebenfalls ins Spiel. Ihm soll zwei Grad Wärme entzogen werden, die zusätzlich ins Netz eingespeist wird.

Eigentlich sei das Energieprinzip einfach und plausibel, erklärt Schoofs. „Man kann es sich ähnlich vorstellen wie eine Fußbodenheizung oder ein mit Wasser gefüllter Gartenschlauch, der sich in der Sonne erwärmt und dessen Wärme weitergeleitet wird.“ Natürlich sei dennoch eine ausgefeilte innovative Technik nötig, damit das Nahwärme-Netz reibungslos funktioniert.

Wie gelangt die Wärme aus dem Rohrnetz zum Verbraucher ins Haus? Dafür benötigt der Bauherr als einziges eine Anlage, die aus einer Sole/Wasser-Wärmepumpe mit integriertem Warmwasserspeicher besteht. „Und dieser Hausanschluss wird ausschließlich durch uns installiert“, sagt Wolfgang Schoofs. Dennoch: „Es wird keinen Anschluss- und Benutzungszwang geben, auch andere Heizungstechnologien sind für jeden Eigenheimbesitzer zugelassen.“ Das klingt selbstbewusst, der Stadtwerke-Geschäftsführer zeigt sich überzeugt von der Wirtschaftlichkeit des Nahwärmenetzes und vor allem vom Angebot der Stadtwerke.

Zudem soll der Berender Redder Spitzentechnologie in der Telekommunikation erfahren. Jedes Haus wird von den Stadtwerken einen Glasfaseranschluss erhalten. „Internet, Telefon, Fernsehen – alles wird beim Einzug tipp topp sein.“ Bürgermeister Christiansen rechnet daher im zweiten Bauabschnitt mit einem Ansturm an Bewerbern. Die Vermarktung will die Stadt noch vor den Sommerferien starten. „Das Angebot ist so attraktiv, dass Schleswig sich mit diesem Baugebiet von anderen abhebt“, meint Christiansen und kündigt an, auch bei künftigen Projekten mit den Schleswiger Stadtwerken an einem Strang ziehen zu wollen.

Als Schoofs das Vorhaben am Berender Redder dem Bauausschuss vorstellte, passierte etwas Ungewöhnliches: Es gab Applaus von allen Seiten.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 11:55 Uhr

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