Treia : Nur der Delfin kann Cilian helfen

Das Ziel ist die Regelschule: Cilian und seine Mutter Tabea Zietz.
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Das Ziel ist die Regelschule: Cilian und seine Mutter Tabea Zietz.

Der vierjähriger Cilian aus Treia kämpft mit zahlreichen Handicaps. Seine Mutter hofft auf Spenden für eine weitere Therapie in der Karibik-

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06. Mai 2015, 12:15 Uhr

Tabea Zietz hat für ihren vierjährigen Sohn Cilian ein Ziel formuliert, das vor einem Jahr noch völlig unerreichbar schien. „Ich möchte, dass er eine Regelschule besucht“, sagt die 24-jährige Mutter, die seit einigen Tagen in Treia lebt. Cilian ist mit schweren Handicaps zur Welt gekommen. Bei seiner Geburt war er taub, bewegte sich unkontrolliert, konnte kaum schlucken, hatte Wahrnehmungsdefizite und zeigte autistische Tendenzen. Für die damals alleinerziehende Mutter war die Jugendzeit auf einen Schlag vorbei. Sie beendete ihre Lehre als Hauswirtschafterin und kümmerte sich rund um die Uhr um ihren Sohn, dem sie ihre gesamte Energie widmete. Tabea Zietz reiste mit ihm von Arzt zu Arzt: Dem Kleinen wurden Hörprothesen in den Schädel implantiert, er besuchte Logopäden, ging in die Gehörlosenschule nach Schleswig, zur Krankengymnastik und zum therapeutischen Reiten – um nur einige Pflichttermine zu nennen. Cilians Gesundheitszustand aber änderte sich nur sehr zögerlich. „Mit zwei Jahren umfasste sein Wortschatz acht Wörter, die von Außenstehenden nicht zu verstehen waren, sein Sprachverständnis war schwach ausgeprägt. Wenn ich ihn gebeten habe, einen Ball zu holen, hat er nicht verstanden“, berichtet seine Mutter. Das Laufen war eine Qual. Das klappte nur auf Krücken, wegen seiner Wahrnehmungsschwierigkeiten und Gleichgewichtsstörungen stürzte Cilian aber immer wieder. Zudem konnte er nur mit erheblichen Schwierigkeiten schlucken, was sowohl das Sprechen als auch das Essen zu einem schier unüberwindlichen Problem machten.

Durch die unermüdliche Suche nach Möglichkeiten, ihrem Sohn zu helfen, erfuhr Tabea Zietz von der Wirkung einer Delfin-Therapie. Monatelang sammelte sie Spenden über eine Stiftung – und Ende vergangenen Jahres konnten Mutter und Sohn für zwei Wochen zur Therapie nach Curaçao fliegen. „Allzu viel habe ich mir davon nicht versprochen, aber ich wollte einfach nichts unversucht lassen, ihm zu helfen“, berichtet Tabea Zietz. Was die zwei Wochen mit dem Delfin „Nubia“ dann bewirkten, bezeichnet die Mutter immer noch als Wunder, das sie sich nicht wirklich erklären kann: „Es ist unglaublich, wie sich Cilian entwickelt hat: Er spricht inzwischen Fünf-Wort-Sätze, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit haben sich deutlich verbessert und er ist inzwischen trocken – und gerade das hatte wirklich niemand erwartet.“ Cilian ist aufgeblüht, kann sogar die Regelgruppe des Kindergartens in Treia besuchen. Dass die plötzlichen Fortschritte der Delfin-Therapie zu verdanken sind, ist nicht zu bezweifeln. „Ich weiß nicht wieso – aber das hat bei ihm etwas ausgelöst. Er ist komplett verändert und isst inzwischen wie ein normales Kind“, sagt die engagierte Mutter.

Bei aller Freunde über die unerwarteten Fortschritte ist jedoch nicht zu übersehen, dass Cilian in vielen Bereichen seiner Entwickelung immer noch weit hinter Gleichaltrigen zurück ist. Das Gleichgewicht ist gestört, er findet abends ohne Medikamente nicht in den Schlaf. Er versteht häufig selbst einfache Dinge wie die Frage nach seinem Namen nicht und hat eine Tic-Störung. Es gibt noch viele Probleme.

Tabea Zietz ist überzeugt davon, dass eine erneute Therapie ihrem Sohn entscheidend weiterhelfen könnte. Das Problem: Die Therapie in der Karibik kostet 15  000 Euro. „Und die kann ich auf keinen Fall aufbringen.“ Deshalb hofft die Mutter auf Menschen, die ihrem Sohn die erneute Hilfe durch Spenden ermöglichen. Das gespendete Geld geht an eine Stiftung und ist zweckgebunden. „Das ist mir wichtig, damit niemand auf den Gedanken kommt, ich könne das Geld anderweitig verwenden“, sagt Tabea Zietz, „das ist nicht der Fall. Es geht nur um Cilian.“ Und um das große Ziel, dass der Junge irgendwann einmal ganz normal die Schule besuchen kann.

Wer Cilian und seine Mutter Tabea Zietz unterstützen möchte, kann auf das folgende Konto spenden: Dolphin Aid e.V., Stadtsparkasse Düsseldorf, Iban: DE52 3005 0110 0020 0024 24, Betreff: Cilian Zietz; oder im Internet unter: www.stiftung-delfintherapie.de

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