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Bauprojekt gescheitert : Nun doch keine Wohnanlage auf grüner Wiese

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach Anwohnerprotesten macht das Bauamt einen Rückzieher und empfiehlt den städtischen Gremien, das Projekt eines Bauunternehmers aus Süderbrarup nicht zu genehmigen. Es sei überdimensioniert.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 08:00 Uhr

Auf einer 3000 Quadratmeter großen Wiese zwischen Gartenstraße und Moltkestraße darf nun doch keine Wohnanlage entstehen. Das geplante Objekt mit insgesamt zwölf Wohnungen sei überdimensioniert, machte das Bauamt schriftlich gegenüber den Mitgliedern des Bauausschusses deutlich. Diese schlossen sich der Einschätzung an.

Die Anwohner zeigten sich auf der jüngsten Sitzung des Gremiums hocherfreut über diese Entscheidung. Seit Monaten hatten sie gegen die Pläne Front gemacht. Zwischenzeitlich war es zu einem Ortstermin gekommen, bei dem sie ihre Bedenken gegen die Bebauung erläutern konnten. Ursprünglich hatte das Bauamt keine Probleme mit dem Vorhaben eines Bauunternehmers aus Süderbrarup. Im Gegenteil: Die städtische Behörde hatte in einer ersten Einschätzung angeregt, ein beschleunigtes Bauleitverfahren ohne Umweltprüfung einzuleiten. Mittlerweile hat hier ein Umdenken eingesetzt. Sollte es einen weiteren Anlauf geben, um die grüne Wiese zu bebauen, würde man den Gremien auf jeden Fall eine Umweltprüfung empfehlen, so das Bauamt. Allerdings bekräftigten die Vertreter der Verwaltung, dass einer Bebauung der Wiese grundsätzlich nichts entgegen stehen würde. Die Landesplanung habe das zur Debatte stehende Areal als „zur Nachverdichtung geeignet“ empfohlen.

Um doch noch auf der Wiese bauen zu können, müsste der Unternehmer seine Pläne ein weiteres Mal ändern. Ursprünglich hatte er drei Wohnhäuser mit jeweils fünf Einheiten errichten wollen. Die Firsthöhe von 10,80 Meter lag allerdings deutlich über der Höhe der Nachbarhäuser. In einem zweiten Entwurf konzentrierte man sich auf einen einzigen Baukörper, allerdings mit 14 Wohnungen. Die Firsthöhe sollte 8,70 Meter betragen. Als sich zeigte, dass auch dies kaum genehmigt werden dürfte, legte der Unternehmer den driten Plan vor: Er verkürzte das Gebäude. Jetzt war nur noch Platz für zwölf Wohnungen vorhanden. Aber auch dieser Entwurf, so Uwe Harm vom Bauamt, „hat sich überhaupt nicht am Einfügegebot orientiert“. Sein Kollege Otto Fandrey ergänzte: „Für diese massive Bebauung hätten die meisten der dortigen 30 Bäume gefällt werden müssen.“

Die Mitglieder des Bauausschusses konnten der Argumentation des Bauamtes folgen. Vorsitzender Klaus Bosholm (SPD) zeigte sich dennoch mit der Situation nicht zufrieden. „Das ist ein Eingriff in Eigentumsrechte“, sagte er in Bezug auf den Eigentümer der Wiese. Er betonte jedoch auch, dass einem „maßstäblichen Bauvorhaben“ an dieser Stelle nichts im Wege stehe.

Maßstäblich bedeutet: Auf der Wiese könnten bis zu drei Einfamilienhäuser errichtet werden. Doch genau damit hätte der Unternehmer ein Problem. Wie er bereits im März gegenüber unserer Zeitung sagte, sei der Baugrund schwierig. Ein Teil des Bodens müsse wahrscheinlich ausgetauscht werden: „Der Bau von Einfamilienhäusern wäre da nicht wirtschaftlich.“

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