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Schleswiger Nachrichten

20. Oktober 2017 | 11:13 Uhr

Flens-Arena : Nospa stellt Werbung ein

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Nospa will nicht mehr an der Flens-Arena werben. Bankchef Thomas Menke wetterte im Hauptausschuss des Kreistags: „Die Halle ist der Keim allen Übels für die Sparkasse“. Die Schieflage der Flensburger Sparkasse wirkt nach.

von
erstellt am 08.Jun.2016 | 07:45 Uhr

Ungewöhnlich hitzig reagierte Nospa-Vorstandsvorsitzender Thomas Menke in der jüngsten Hauptausschuss-Sitzung des Kreistags auf eine Nachfrage zum Sponsoring in der Flens-Arena. Dort hat sich die Bank nach vielen Jahren als Werbepartner zurückgezogen, ein strategischer Schritt des Unternehmens wie offenbar auch ein persönliches Anliegen des Vorstandschefs. Besonders SPD-Fraktionschef Ingo Degner ist dies ein Dorn im Auge. Der bekennende SG-Fan fordert, dass die Sparkasse diesen Schritt überdenkt.

„Handball ist Sparkassen-Sport!“, betonte Degner mit Blick auf die Situation beispielsweise in Kiel. „Die Campushalle ist der Keim allen Übels für die Sparkasse!“, schimpfte dagegen Menke. Und er präzisierte die Stoßrichtung seiner Kritik. Solange bestimmte Leute in der Halle ein- und ausgingen, sei eine weitere Zusammenarbeit für ihn nicht denkbar. Gemünzt war diese Aussage auf ehemalige Führungskräfte der Flensburger Sparkasse, die im Vorstand der SG Flensburg-Handewitt und im Förderverein „Club 100“ aktiv sind.

Als Menke den Vorsitz der Nospa 2013 übernahm, war diese ein Stützungsfall. Sie hatte zwangsweise die Flensburger Sparkasse schlucken müssen, nachdem diese durch spektakuläre Kreditausfälle in Schieflage geraten war – unter Federführung unter anderem des damaligen Chefs Frerich Eilts. Die Folgen der Katastrophe spüren nicht nur die Vorstandsmitglieder bis heute, auch seine Mitarbeiter muss Menke trotz seit 2013 wieder positiver Ergebnisse regelmäßig an den andauernden Sparzwang erinnern.

SPD-Fraktionschef Ingo Degner
SPD-Fraktionschef Ingo Degner
 

Denn nach wie vor leidet die Nospa unter ihrer Flensburger Altlast. Es fällt der Nospa nicht leicht, die von der EU auferlegte Eigenkapitalquote zu erfüllen. So müsse auch der üppige Überschuss von knapp 49 Millionen Euro aus dem Jahr 2015 vollständig dem Kernkapital zugeführt werden, erklärte Menke im Hauptausschuss. Die Eigenkapitalquote werde so auf 8,5 Prozent erhöht. Damit liege man trotz der aktuellen Aufstockung bundesweit unter den letzten fünf Prozent.

Die Werbung an der Außenfassade der Halle war Nospa-Kommunikationschef Burkhard Lauritzen schon länger ein Dorn im Auge. Hinter Milchglas neben dem Eingang platziert, sei sie alles andere als optimal gewesen, sagt er. Daher habe er intern frühzeitig darum geworben, das Engagement nach dem Auslaufen der Verträge am Ende des vergangenen Jahres nicht zu verlängern.

Angesichts der finanziell angespannten Lage der Nospa und der vielen weiteren freiwilligen Verpflichtungen, die man erfüllen wolle, ließ sich die Führungsetage überzeugen. Menke: „Nennen Sie mir Jugendmannschaften im Fußball, die wir unterstützen können, da sind wir gern dabei. Aber beim Spitzenhandball in der Campushalle – nein!“

Zumal die Nospa nach dem Worten ihres Chefs in der Halle bei SG-Spielen ohnehin keine Chance auf geeignete Werbeflächen zu vertretbaren Konditionen hätte. Die mit Sparkassen-Logos umwickelten Pfeiler waren schon von Eilts-Nachfolger und Menke-Vorgänger Reinhard Henseler entfernt worden.

Degner stört sich am Rückzug der Nospa vor allem, weil dieser nicht den vom Vorstandsvorsitzenden ungeliebten SG-Vorstand trifft, sondern nur die Besitzgesellschaft der Halle, also in erster Linie die Stadt Flensburg und den Kreis (Anteile: je 33 Prozent). Beide sind auch maßgeblich an der Nospa selbst beteiligt. Denn während die Sponsoren in der Halle bei Spielen der SG an den Verein zahlen, kassiert die Betreibergesellschaft nur für die Außenwerbung. Ihr fehlt jetzt ein fünfstelliger Betrag, den unter anderem Kreiskämmerer Markus Winter einwerben muss, der ab 20. Juni einen von zwei Geschäftsführerposten in der Betreibergesellschaft übernimmt – von Aksel Busse, ehemals Abfallwirtschaftsgesellschaft ASF.

„Ich verstehe ja die problematischen Personalien, aber Werbeträger ist ja die Mannschaft und nicht irgendein Funktionär“, so Degner auf Nachfrage. Er halte die Entscheidung für falsch, könne allerdings verstehen, dass die Werbung an der Außenfassade nicht optimal sei. Degner: „Deshalb sollte die Nospa mittelfristig auch wieder über ein Engagement in der Halle nachdenken.“

 

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