Kulturveranstaltungen : Noch viel Geld im Fördertopf

In diesem Jahr haben erst drei Veranstalter bei der Stadt Schleswig einen Zuschuss für kulturelle Veranstaltungen beantragt.

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06. Juni 2018, 06:57 Uhr

Für Vereine ist es neuerdings sehr viel einfacher geworden, aus der Stadtkasse einen Zuschuss für öffentliche Veranstaltungen zu bekommen. Nur macht von der neuen Regelung bisher kaum jemand Gebrauch. Von den 13 000 Euro, die im Haushalt für 2018 waren, sind nach fast der Hälfte des Jahres nur rund 3000 Euro ausgegeben. Bei Werner Strauß im Fachdienst Kultur haben sich gerade einmal drei Veranstalter gemeldet. Dabei ging es um eine Lesung bei der Schleswiger Speeldeel (424 Euro), um eine Ausstellung im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Mantes-la-Jolie (1000 Euro) und um die Schleswiger Märchentage im November (1600 Euro).

Früher mussten Vereine ihre Anträge auf Zuschüsse bis zum September des Vorjahres einreichen. Kulturschaffende hatten dies über Jahre kritisiert und argumentiert, dass insbesondere kleinere Veranstalter gar nicht so langfristig im Voraus planen könnten. Die neuen Richtlinien sehen vor, dass Anträge mindestens sechs Wochen vor einer geplanten Veranstaltung eingereicht werden müssen.


Debatte um Zuschuss für die Märchentage

Über Summen bis zu 1000 Euro entscheiden die Mitarbeiter der Kulturverwaltung eigenständig. Bei höheren Summen muss der Kulturausschuss zustimmen. Das war jetzt erstmals beim Antrag für die Märchentage der Fall. Der ausrichtende Verein möchte den 1600-Euro-Zuschuss insbesondere dazu verwenden, kostenlose Märchen-Erzählstunden in Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen anzubieten. Die Beratung über diesen Antrag führte im Ausschuss zu einer kleinen Grundsatz-Diskussion, die vom CDU-Ratsherrn Uwe Holst begonnen wurde. Holst, selbst Lehrer an der Domschule, stimmte als einziges Ausschussmitglied der Förderung nicht zu, sondern enthielt sich der Stimme. Er vertrat die Auffassung, es sei nicht Aufgabe der Stadt Schleswig, für kostenlose Kulturangebote an Schulen zu sorgen. Solche Angebote würden sonst nicht ausreichend wertgeschätzt. „Bei vielen gilt: Was nichts kostet, ist auch nichts.“ Wenn eine Schulklasse zum Weihnachtsmärchen ins Theater fahre, zahlten die Eltern dafür schließlich auch, argumentierte Holst.
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