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Gottorf-Knoten : Noch immer fahren viele bei Rot

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Geänderte Ampelschaltung am Gottorfknoten sorgt weiterhin für Verwirrung / Planungsbüro soll Verbesserungsvorschläge erarbeiten

Seit zwei Monaten ist die neue Rechtsabbieger-Ampel am Gottorfknoten in Betrieb. Die Mehrheit der Autofahrer hat sich inzwischen an sie gewöhnt. Zu diesem Ergebnis jedenfalls sind wir gekommen, als wir gestern Mittag rund eine Stunde lang den Verkehr auf Schleswigs meistbefahrener Kreuzung beobachtet hatten. Nur noch jeder sechste Fahrer, der aus dem Friedrichsberg kam und in Richtung Innenstadt abbog, missachtete das Rotlicht. Kurz vor Weihnachten sah das noch ganz anders aus: Damals fuhr fast jeder Rechtsabbieger bei Rot, wenn die Ampel in Fahrtrichtung B  76 (links) und Schloss Gottorf (geradeaus) auf Grün stand. Hier schlug offenbar die Macht der Gewohnheit zu: 13 Jahre stand hier eine Ampel, deren Licht für alle Autos galt, die aus dem Friedrichsberg kamen. Wer nach rechts abbog, musste allerdings auf Fußgänger und Radfahrer achten.

„Zwar halten sich mittlerweile viele Verkehrsteilnehmer an die Regelung. Allerdings fahren noch relativ viele, so unsere Beobachtung, bei Rotlicht“, sagt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt. Deshalb hat sich Axel Warnke vom Sachgebiet Straßenrecht innerhalb des Bauamtes weiter Gedanken gemacht, wie sich das Problem in den Griff bekommen lässt und es in der so genannten 45er-Runde erörtert, in der sich Experten aus Polizei und Stadtverwaltung regelmäßig über die Verkehrssituation in Schleswig austauschen. „Die Idee, die verfolgt wird, ist, dass die Signale eindeutiger den Fahrspuren zugeordnet werden“, sagt Wendt. Damit spricht sie ein Problem an, auf das in den vergangenen Wochen auch viele SN-Leser immer wieder hingewiesen hatten. Insbesondere auf der mittleren der drei Fahrspuren kann es zu Irritationen kommen. Die Fahrspur ist für Rechtsabbieger reserviert, aber direkt über den Köpfen der Autofahrer hängt an einem Mast die Ampel für Linksabbieger. In den ersten Wochen nach Einführung der neuen Ampelschaltung drückte fast jeder Rechtsabbieger, der hier stand, aufs Gas, sobald diese Ampel auf Grün sprang. Wenn auf der rechten Spur ein Lastwagen steht, kann es sogar schwierig sein, die Rechtsabbieger-Ampel überhaupt zu sehen. Bei unserer Verkehrsbeobachtung gestern Mittag taugte dies jedoch nur in den seltensten Fällen als Erklärung. Es gab sogar mehr Autos, die auf der äußeren Spur – mit freier Sicht auf die richtige Ampel – bei Rot abbogen. Zu gefährlichen Situationen kam es dabei jedoch nicht. Alle Rotfahrer stoppten am Fußgänger-Überweg, wenn dort Fußgänger oder Radfahrer die Straße überqueren wollten.

Dieser Fußgänger-Überweg ist der Grund dafür, weshalb die Ampelschaltung überhaupt geändert wurde. Das Hamburger Planungsbüro VTT hatte hier eine Gefahrenstelle ausgemacht, als es sein Verkehrskonzept für die Stadt entwickelte: Genauso, wie von der linken der beiden Rechtsabbiegerspuren die Ampel manchmal nur schlecht zu sehen ist, können auch Fußgänger leicht übersehen werden, wenn auf der anderen Spur ein Lkw im Weg ist.

Dasselbe Planungsbüro VTT ist nun beauftragt worden, die Ideen der 45er-Runde zur Verbesserung der Ampel-Anordnung zu prüfen. Wenn Ende März die 45er-Runde wieder zusammentritt, sollen „Nägel mit Köpfen gemacht werden“, so Wendt.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 12:54 Uhr

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