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Schleswiger Nachrichten

20. Oktober 2017 | 20:53 Uhr

Schleswig : Noch ein neues Baugebiet

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Altstädter St. Knudsgilde plant Wohnsiedlung mit bis zu 80 Grundstücken. Es soll „keine Konkurrenz“ zu Berender Redder und Kattenhunder Weg“ sein, sagen die Gildebrüder.

von
erstellt am 03.Jun.2017 | 08:01 Uhr

Da haben die Vorfahren mal vorausschauend gehandelt. Vor mehreren Hundert Jahren hat die Altstädter St. Knudsgilde kräftig zugeschlagen, als die Kirche Ländereien im Norden der Stadt verkaufte. Eine gute Idee, die sich bis heute auszahlt. Denn die Gilde profitiert noch immer davon. Mitte der 1970er-Jahre ließ sie dort eine Neubausiedlung erschließen (nicht umsonst gibt es dort die Gildestraße und den Schützenredder) – und zwar mit Erbpachtgrundstücken, von denen 140 noch immer im Besitz der Schützen sind und ihnen Jahr für Jahr ordentlich Pachterträge einbringen.

Dieser Erfolgsgeschichte soll nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden: Die Gilde ist mittendrin in den Planungen für ein weiteres Neubaugebiet in direkter Nachbarschaft zum alten. Entstehen soll es westlich des Fußballplatzes von Schleswig 06, auf der Kleingartenanlage „Sommerfreude“.

Auch dieses Gelände gehört der Gilde, es ist aber noch bis 2022 an den Verein der Gartenfreunde verpachtet. Diese jedoch klagen seit Jahren über Mitgliederschwund, viele Parzellen – insbesondere im südlichen Bereich der Anlage – stehen bereits leer. „Deshalb gibt es schon seit gut sechs Jahren die Überlegungen, hier Bauland zu schaffen“, erklärt Jan-Hendrik Schäfertöns, erster Ältermann der St.    Knudsgilde. Inzwischen sei man bereits seit Monaten in „guten und konstruktiven Gesprächen“ sowohl mit dem Bürgermeister, dem Bauamt und den Ratsfraktionen als auch mit den Kleingärtnern. Dabei solle es auch weiter bleiben. „Wir wollen zusammen ein gutes Ergebnis hinbekommen, mit dem alle zufrieden sind. Darauf legen wir großen Wert“, so Schäfertöns.

Nach aktuellen Planungen sollen auf dem leicht welligen Areal bis zu 80 Grundstücke verteilt auf drei Bauabschnitte entstehen, die vorwiegend eine Größe zwischen 600 und 700 Quadratmetern haben. „Es wird aber auch möglich sein, Grundstücke zusammenzulegen, so dass man – wenn man möchte – auch mehr als 1000 Quadratmeter haben kann“, sagt der 2. Ältermann Holger Funk. Er arbeitet beruflich als Baufinanzierer. „Daher weiß ich, dass die Nachfrage nach Grundstücken in der Stadt weiterhin sehr groß ist.“ Dass das von der Gilde geplante Baugebiet in Konkurrenz zu den städtischen Arealen am Berender Redder und westlich des Kattenhunder Weges („An den Wichelkoppeln“) treten könnte, sehe er deshalb nicht. „Die Stadt befürwortet unser Vorhaben ja ausdrücklich. Und ich bin mir sicher, dass alle drei Baugebiete ohne Probleme voll werden“, sagt Funk.

Fest steht, dass sich das Areal der Gilde in einem entscheidenden Punkt von denen der Stadt unterscheiden wird. Denn auch diesmal wird es ausschließlich Erbpachtgrundstücke geben, deren Verträge zunächst auf 99 Jahre festgelegt werden. Das hat den Vorteil für Bauwillige, dass sie sich den Kaufpreis für das Grundstück sparen können, dafür aber eine jährliche Pacht an die Gilde zahlen. Diese liegt voraussichtlich, je nach Größe, bei einer Summe unter 1000 Euro.

Mit den Einnahmen wolle man – wie gehabt – gemeinnützige Vereine in Schleswig und Umgebung unterstützen und gleichzeitig dauerhaft dafür sorgen, dass es der St.  Knudsgilde gut gehe, sagt Schäfertöns. Man unterscheide sich aber von „üblichen Investoren“, die nur auf schnellen Profit aus sind. „Wir sehen uns als Teil der Stadt, niemand bereichert sich persönlich daran“, betont der Ältermann. Das Thema gehe die gesamte Gilde an, deswegen habe es im Mai allein deshalb eine außerordentliche Generalversammlung gegeben, bei der eineinhalb Stunden über die Baupläne diskutiert wurde.

Wann man mit dem Startschuss für das Neubaugebiet rechnen kann, darüber können Schäfertöns und Funk nur spekulieren. Zunächst müsse man mit den Kleingärtnern zu einem Konsens kommen. Zudem ist geplant, dass man noch ein Teilstück des dann insgesamt 6,8 Hektar großen Geländes von der Stadt abkauft. Eine mündliche Zusage dafür gebe es bereits, einen unterschriebenen Vertrag jedoch nicht. „Es gibt insgesamt noch viele ungelegte Eier. Aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt Funk. Wenn alles glatt laufe, könnten 2019 die Erschließungsarbeiten beginnen.

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