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Lornsenschul-App : Nie mehr zu früh aus dem Bett

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine selbst entwickelte App fürs Smartphone informiert Lornsenschüler rechtzeitig über Stundenausfall.

Wohl die meisten kennen das noch aus ihrer Schulzeit: Gerade im Klassenzimmer angekommen, heißt es: Der Lehrer ist krank, und die erste Stunde fällt aus. Das kann den Schleswiger Lornsenschülern nicht mehr passieren. Dank einer Smartphone-App wissen sie rechtzeitig, ob sie sich nochmal im Bett umdrehen können.

Genauer gesagt, sind es sogar zwei Apps: Eine für Smartphones mit Android-Betriebssystem, und neuerdings gibt es eine zweite für iPhones. Als der Vertretungsplan 2013 erstmals auf der Schul-Homepage online gestellt wurde, kam dem Lornsenschüler Johan von Forstner, der damals mit nur 15 Jahren schon das Abitur machte, die Idee zu der Android-App. „Mit Smartphones war es sehr umständlich, den Vertretungsplan einzusehen“, sagt der mittlerweile 17-jährige Physikstudent. Daher habe er sich ein paar Wochen lang hingesetzt und die App programmiert – nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“: „Das war meine erste App. Aber ein bisschen Erfahrung mit Programmieren hatte ich schon.“

Anfangs habe die Schule die Darstellung des Vertretungsplans mehrfach geändert – „dann funktionierte die App nicht mehr, und ich musste auch einige Änderungen vornehmen“, erklärt er.

Dank weiterer Verbesserungen können die Schüler heute ihre eigene Klasse auswählen und werden sofort benachrichtigt, sobald es einen neuen Eintrag in den digitalen Vertretungsplan gibt. Außerdem ist die App mittlerweile im Google-Store zu finden – zu Beginn war sie aus Kostengründen nur als Download auf der Schul-Homepage zu finden. „Jetzt habe ich aber ein Konto bei Google Play, das kostet einmalig 25 Dollar“, so der Student, der in seinen Semesterferien an weiteren Apps bastelt. Mehr noch: Da viele Schulen dasselbe Vertretungsplansystem wie die Lornsenschule verwenden, habe er die App so geändert, dass sie diese ebenfalls anwenden können. „Mittlerweile funktioniert das an 30 Schulen sehr gut.“

Dass seine App auch an der Lornsenschule funktioniert, belegt folgende Zahl: 480 Schüler haben sie bisher auf ihren Smartphones installiert. „Die App ist wirklich sehr praktisch“, findet der 18-jährige Schüler Jonathan Christiansen. Das dachte sich auch sein Mitschüler Fabian Thies (16), der die Android-Variante mit seinem iPhone nicht nutzen kann. Kurz entschlossen setzte er sich an sein MacBook und programmierte binnen weniger Monate eine eigene Vertretungs-App. Die sieht zwar anders aus, ist in ihrer Funktion aber identisch mit der Android-Variante.

Einmal habe er die App bei Apple eingereicht. Dort sei sie aber immer wieder abgestürzt und daher zurückgewiesen worden. „Da habe ich die Fehler gesucht und behoben“, sagt er. Als die App dann Anfang März online ging, „habe ich mich mit einem Entwickler zusammengetan“, so der Zwölftklässler. Seitdem wurde seine App 25 Mal heruntergeladen. „Das sind schon mehr iPhones als wir in der Klasse haben“, sagt er zufrieden. Trotz der Apps hängt der Vertretungsplan auch weiterhin ganz klassisch in der Schule – digital auf einem Flachbildschirm.

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