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Wahlkreis Flensburg-Land : Nicolaisen ist die strahlende Siegerin

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

CDU-Abgeordnete aus Wanderup macht das Rennen. SPD-Kandidat Hense zeigt sich von Ergebnis „geschockt“.

von
erstellt am 07.Mai.2017 | 22:59 Uhr

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meinte André Hense und wollte dabei möglichst kämpferisch klingen. Dass er gestern Abend um kurz vor 19 Uhr allerdings selbst nicht mehr daran glaubte, verrieten gleichzeitig seine Augen. Die waren leer, als er auf die Leinwand im Schleswiger Kreishaus blickte und die ersten Ergebnisse aus dem Wahlkreis Flensburg-Land eintrudelten. Schnell war klar: Seine Konkurrentin von der CDU, Petra Nicolaisen, würde das Rennen machen. Am Ende war das Ergebnis deutlich. Die Wanderuper Landtagsabgeordnete holte 39,7 Prozent der Erststimmen, Hense, der SPD-Vorsitzende aus Handewitt, musste sich mit 27,4 Prozent begnügen.

„Ich fühle mich durch dieses Ergebnis in meiner Arbeit bestätigt“, freute sich Nicolaisen, die um 18 Uhr noch im Wahllokal in ihrem Heimatdorf auf der Geest war, um erste Eindrücke von der Stimmenauszählung zu bekommen. „Ich habe in den vergangenen fünf Jahren zwar nicht immer so laut wie andere, dafür aber kontinuierlich gearbeitet. Das honorieren die Menschen offenbar. Für mich gilt: Nach der Wahl ist vor der Wahl“, sagte sie, als sie später schließlich auch im Kreishaus ankam. Mit dabei ein eigener kleiner Fanclub. Denn neben Ehemann Sven waren auch ihre Kinder und Eltern, der Bruder samt Frau und einige Freunde mit nach Schleswig gekommen. „Ich werde unglaublich unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar. Heute Abend wird noch gefeiert“, sagte Nicolaisen.

Am Nachbartisch war die Stimmung deutlich gedämpfter. „Mein Ergebnis spiegelt leider den Landestrend wider“, meinte SPD-Kandidat Hense, der von seiner Frau Petra, „gleichzeitig Parteigenossin“, wie sie betonte, begleitet wurde. Dass es mit Listenplatz 35 definitiv nichts wird für ihn mit einem Einzug in den Landtag sei zwar schade. „Warum es insgesamt nicht gereicht hat, dafür habe ich jetzt aber noch keine Erklärung“, sagte Hense. „Das Ergebnis, das wir landesweit geholt haben, ist eine riesige negative Überraschung. Nach der ersten Prognose war ich regelrecht geschockt“, meinte er und gratulierte gleichzeitig Nicolaisen fair zu deren Sieg. Dabei betonte Hense noch einmal, dass man sich einen sauberen Wahlkampf geliefert habe.

Eine Einschätzung, die auch Nicolaisen bestätigte. „Es hat Spaß gemacht, mich mit André Hense auseinanderzusetzen“, meinte sie. Dass die CDU insgesamt ein so gutes Ergebnis hinlegte, machte sie derweil auch an Spitzenkandidat Daniel Günther fest. „Hut ab, das war eine rasante Aufholjagd von ihm. Er hat das super gemacht“, lobte Nicolaisen den wahrscheinlich künftigen Ministerpräsidenten.

Der wird sich im Landtag künftig auch mit Abgeordneten der AfD auseinandersetzen müssen. Die Partei schaffte auf Anhieb den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Eigentlich ein Grund zur Freunde für Frank Hansen, der als Direktkandidat im Wahlkreis 4 an den Start gegangen war. „Aber man hat natürlich das Ziel, selbst über dem Landesergebnis zu liegen“, meinte Hansen, der mit einem weiteren Parteifreund alleine und etwas isoliert an einem Tisch im Kreishaus saß. Am Ende blieb er mit 3,5 Prozent deutlich hinter den knapp sechs Prozent, die die AfD im ganzen Land erzielt hat. Eine Enttäuschung für ihn, aus der er keinen Hehl machte.

Auch Grünen-Kandidat Udo Hansen blieb mit 8,6 Prozent deutlich hinter dem Ergebnis seiner Partei auf Landesebene, ebenso wie Wilhelm Krumbügel von der FDP (5,1 Prozent). Deutlich besser hingegen lief es für Flemming Meyer vom SSW. Der Landtagsabgeordnete holte in seinem Wahlkreis 10,9 Prozent – und damit deutlich mehr als der SSW landesweit.

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