Konstituierende Sitzung der Ratsversammlung : Neustart im Ständesaal

In ihrer ersten gemeinsamen Sitzung waren sich die Mitglieder der neuen Schleswiger Ratsversammlung meistens einig.
In ihrer ersten gemeinsamen Sitzung waren sich die Mitglieder der neuen Schleswiger Ratsversammlung meistens einig.

31 Frauen und Männer entscheiden künftig über die Belange Schleswigs.

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26. Juni 2018, 07:00 Uhr

Zum Einstieg gab es eine Liebeserklärung. „Ich lebe gerne in dieser Stadt. Ich wüsste keinen anderen Ort, an dem ich lieber leben möchte“, sagte Susanne Ross, nachdem sie gestern einstimmig zur neuen Bürgervorsteherin gewählt wurde. Eine Aufgabe, der sie mit viel Engagement nachkommen werde. Entsprechend souverän leitete sie in ihrer neuen Funktion die Sitzung der Schleswiger Ratsversammlung, die sich gestern neu konstituierte.

Im Ständesaal des Rathauses saßen dabei – wie Susanne Ross – viele bekannte Gesichter, aber auch einige Neueinsteiger. Insgesamt 31 Vertreter werden sich künftig um die Belange der Stadt Schleswig kümmern und sicherlich auch streiten. „Aber ich bin optimistisch, dass wir zusammen die schwierigen Ziele erreichen, die wir uns stecken“, meinte CDU-Ratsfrau Ross und fügte an, dass die Politik daran arbeiten müsse, den Spruch „Typisch Schleswig“, der oft benutzt werde, wenn etwas in der Stadt schief gehe, aus dem Vokabular der Bürger zu streichen. Umso wichtiger sei es, nicht nur an die großen Projekte zu denken, sondern auch kleine Dinge zu verändern. Dass dies bei nun sechs Fraktionen (CDU, SPD, Grüne, SSW, Freie Wähler, Bündnis für Bürger) sowie drei Einzelvertretern (Uwe Schröder, Linke; Jürgen Wenzel, FDP, und Steffen Hempel, Grüne, nicht Mitglied der Fraktion) schwierig werden kann, weiß auch die Bürgervorsteherin.

Verändert hat sich indes nicht nur die Besetzung der Ratsversammlung, sondern bedingt durch die größere Besetzung und Parteienvielfalt auch die der weiteren städtischen Ausschüsse. Diese haben künftig allesamt elf statt bislang neun Mitglieder. Dabei wurde das Personal teils kräftig durcheinandergewirbelt. So wird der Bauausschuss zwar weiterhin von SPD-Fraktionschef Stephan Dose, der Kulturausschuss von Babette Tewes (Grüne; ebenfalls Fraktionsvorsitzende im Rat) und der Werkausschuss von Michael Ramm (SSW) geleitet. Eine Änderung gab es hingegen an der Spitze des Hauptausschusses. Dort übernimmt Helge Lehmkuhl den Vorsitz von seinem CDU-Kollegen Holger Ley. Dieser wird weiterhin die Fraktion führen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es zudem, dass er künftig auch den Vorsitz des Stadtwerke-Aufsichtsrates übernehmen wird. Der Schulausschuss wird künftig von Christoph Dahl von der SPD angeführt. Der Neueinsteiger übernimmt den Vorsitz von Marion Callsen-Mumm, die nicht wieder zur Wahl angetreten war.

Eine Überraschung gab es mit Blick auf den Finanzausschuss. Dessen Vorsitz hat künftig Horst-Jürgen Waldmann (CDU) inne. Nach zehn Jahren gibt Steffanie Hildebrandt den Posten ab. „Man soll ja gehen, wenn es am schönsten ist. Es können jetzt auch mal andere ran“, meinte sie am Rande der Versammlung. Zudem habe sie durch ihre Arbeit im Vorstand der Hospizstiftung eine Menge zu tun. Obendrein übernimmt sie künftig auch einen Sitz im Aufsichtsrat der Stadtwerke.

Damit ist sie neben Corinna Philipsen (SPD), Wiebke Hansen (Bürgerliches Mitglied, Grüne), Ingeborg Harder (Bürgerliches Mitglied, BfB) und Kerstin Mahrt (Bürgerliches Mitglied, FWS) eine von gleich fünf Frauen, die dem Gremium künftig angehören. Da dieses nun 13 statt bislang elf Mitglieder hat, ist zwar noch immer nicht die vom Gesetzgeber geforderte paritätische Besetzung erreicht. Da zuvor aber ausschließlich Männer im Aufsichtsrat saßen, gab es reichlich Lob für die Neubesetzung – sowohl von Bürgermeister Arthur Christiansen als auch von Karin Petersen-Nißen. „Die Fraktionen haben sich viele Gedanken gemacht und dabei auch viel richtig gemacht. Zwar muss weiter nachgesteuert werden, aber die jetzt erzielten Ergebnisse sind landesweit vorbildlich. Zumindest fast“, meinte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Das erfülle sie mit Stolz. Bei der Besetzung der Ratsversammlung mit Frauen gibt es derweil noch viel Luft nach oben. Von den 31 Vertretern sind nur sieben weiblich. Dafür gibt es nun eine ganze Reihe von jungen Ratsherren. Einer von ihnen, Jonas Kähler (Grüne), übernimmt mit gerade einmal 22 Jahren neben Lehmkuhl und Dose sogar die Vertretung des Bürgermeisters. Siehe auch Seite 8

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