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Laden-Umzug in Schleswig : Neustart im Friedrichsberg

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zum Jahreswechsel zieht das Baby-Fachgeschäft „Flic-Flac“ von der Schubystraße in die ehemaligen Räume von „Postel & Diercks“.

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erstellt am 04.Sep.2015 | 12:09 Uhr

Geplant war der Umzug eigentlich nicht. Aber als bei Ralf Paukstadt (45) kürzlich die Kündigung für seinen Laden ins Haus flatterte, machte er – nachdem er den ersten Schock verdaut hatte – aus der Not eine Tugend. Und so zieht er nun mit Sack und Pack mit seinem Baby-Fachgeschäft „Flic-Flac“ zum Jahreswechsel von der Schubystraße in den Friedrichsberg. Dort wiederum freut sich insbesondere die Kaufmannschaft auf den Neuzugang. Schließlich wird Paukstadt in einen der markantesten Läden der Friedrichstraße einziehen – das seit Ende 2014 leer stehenden Modegeschäft „Postel & Diercks“.

Grund für diesen Schritt war ein Besitzerwechsel des Hauses in der Schubystraße, in dem „Flic-Flac“ bereits seit elf Jahren als Mieter ansässig war. Nach zuvor zwei erfolglosen Zwangsversteigerungsterminen gab es beim dritten Anlauf Anfang Juli schließlich doch einen Bieter: Die Schleswiger Immobilienagentur SL-WHV erhielt den Zuschlag. Die wiederum kündigte umgehend allen Mietern die Verträge. „Das war nicht anders möglich“, sagt Karsten Schulz von der WHV. „Die Immobilie ist in einem so schlechten Zustand, dass wir erst einmal kräftig investieren und umbauen müssen. Das wäre bei einem laufenden Betrieb nicht möglich.“ Neben „Flic-Flac“ betraf diese Entscheidung die Bewohner von zwei Wohnungen. Der Rest des Gebäudes stand ohnehin leer. „Seitdem ich mit dem Laden hier bin, war es immer ein Thema, dass das Haus verkauft werden sollte. Tatsächlich wurde hier vom bisherigen Vermieter über Jahre nichts gemacht. Die Fenster etwa stammen noch aus den 60er Jahren. Dass ich nun aber so schnell raus sollte, hat mich dann aber schon überrascht“, sagt Paukstadt, der von einigen schlaflosen Nächten spricht. Denn eigentlich hatte er ja noch einen bis 2018 gültigen Mietvertrag. Aber es habe mit den neuen Eigentümern unterschiedliche Ansichten über eine zukünftige Zusammenarbeit gegeben. „Dann hatte ich die Eingebung mit den freien Räumen von Postel & Diercks, bin gleich in den Friedrichsberg gefahren, habe durchs Schaufenster gelukt und schließlich einfach mal beim Besitzer geklingelt“ erzählt Paukstadt. Danach sei alles ganz schnell gegangen.

Von positiven und unkomplizierten Verhandlungen spricht dann auch Tim Stöver, der das Friedrichsberger Traditionsgeschäft, das 93 Jahre im Besitz seiner Familie war, im vergangenen Jahr schweren Herzens aufgegeben hatte. Gegen die preisgünstigeren Online-Shops sah er für sein Modehaus keine Chance mehr. Umso mehr freut es ihn, dass jetzt wieder Leben in den Laden kommt. „Das macht mich zum einen als Vermieter froh, zum anderen sehe ich diese Neuansiedlung aber auch positiv für die Friedrichstraße und den ganzen Stadtteil“, sagt Stöver, der auch zweiter Vorsitzender des Friedrichsberger Gewerbevereins ist. Dass sich hier mit „Flic-Flac“ ein Fachgeschäft ansiedele, das bereits lange und erfolgreich am Markt sei, könne nur von Vorteil für die anderen Nachbarn sein. Man wolle einen lebendigen Friedrichsberg. Dazu passe ein Geschäft für Baby-Artikel perfekt.

Auch Ralf Paukstadt ist überzeugt davon, dass der Schritt für ihn und seinen Laden von der Schuby- in die Friedrichstraße der richtige sei. Er habe treue Kunden, die zum Teil aus Kiel, Rendsburg oder Heide zu ihm kämen. „Ich denke, die ziehen mit um. Denn unser breites Angebot gibt es so nicht noch einmal in der Region“, sagt er. Zwar habe er zwischenzeitlich auch über einen Wegzug aus Schleswig nachgedacht. „Aber eigentlich wollte ich nicht weg von hier.“ Dafür nimmt er nun auch in Kauf, dass er künftig nur noch 500 statt bislang 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche hat. „Aber die sind in einem Top-Zustand.“ Wer nach der Renovierung in das Gebäude in der Schubystraße einzieht, ist derweil noch unklar.

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