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Nach acht Jahren Pause : Neustart für Friedrichsberger Volksfest

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ingo Harder und Helmut Kruse lassen den Kult-Flohmarkt am letzten November-Wochenende wieder aufleben.

Es ist das Jahr der Comebacks in Schleswig. Nachdem im Sommer die Innenstadt endlich wieder zum Swingen gebracht wurde, haucht Veranstalter Ingo Harder (55) einem weiteren beliebten Kultfest neues Leben ein: Nach acht Jahren Pause wird es erstmals wieder einen Friedrichsberger Adventsflohmarkt geben, und zwar am 27. und 28. November, traditionell am Wochenende des 1. Advents.

In der vergangenen Woche habe man die entsprechenden Gespräche mit Behörden, Polizei, Feuerwehr und dem Gewerbeverein Schleswig-Friedrichsberg geführt, berichtet Harder, der den Flohmarkt wie schon das Stadtfest „Schleswig swingt“ gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Helmut Kruse (Diskothek „Vineta“) organisiert. „Die Stadtverwaltung sieht beim derzeitig bekannten Sachstand keinen Grund, die Genehmigung nicht zu erteilen“, teilte Rathaussprecherin Antje Wendt gestern auf SN-Nachfrage mit. Im Gegenteil, die Vorfreude ist groß, wie der amtierende Bürgermeister Stephan Dose klarstellt: „Der Friedrichsberger Flohmarkt stellte jahrelang einen beliebten und gut besuchten Veranstaltungshöhepunkt in der Vorweihnachtszeit dar. Ich freue mich, wenn es den Veranstaltern gelingt, an diese Tradition anzuknüpfen und hoffe, dass sich der Flohmarkt wieder neu als feste Größe etablieren kann.“

„Für mich war es furchtbar, dass solche Veranstaltungen wie die ‚Swinging City‘ und der Flohmarkt eingestampft wurden“, sagt Harder. „Wir wollen jetzt auch den Friedrichsbergern ihr Volksfest zurückgeben.“

Rund drei Jahrzehnte lang gab es den Flohmarkt in der Friedrichstraße, bei dem einige Anbieter, eingehüllt in Decken, die ganze Nacht über an ihren Ständen ausharrten. Nach der Veranstaltung 2007 hatte der Friedrichsberger Gewerbeverein als Ausrichter dann die Nase voll. „Bei den steigenden Kosten für Müllentsorgung oder Verkehrskonzept ging die Rechnung für uns irgendwann nicht mehr auf“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Jürgen Simon. Schlechtes Wetter hatte wie schon im Jahr zuvor dafür gesorgt, dass kaum noch Besucher an die Stände kamen. Der einstige Kult-Flohmarkt versank im Dornröschenschlaf.

Mit einem großen wirtschaftlichen Erfolg rechnet bei der Neuauflage auch Ingo Harder nicht. „Das kostet ja auch viel Geld“, sagt er und verweist zum Beispiel auf den Sicherheitsdienst, der für diese Großveranstaltung organisiert werden muss. Um die Aufwendungen für die Müllentsorgung einzudämmen – in der Vergangenheit ließen einige Händler ihre unverkaufte Ware einfach auf der Straße liegen – führen Harder und Kruse ein Pfandsystem ein. Pro laufendem Meter Tisch werden zehn Euro Pfand fällig. Die gibt es erst dann zurück, wenn der Stellplatz sauber hinterlassen worden ist.

Er wolle den ursprünglichen Charakter des Flohmarktes wieder herstellen, betont Harder. Private Anbieter, die ihren Dachboden oder Keller aufgeräumt haben, sind willkommen. „Aber wir wollen keine Profis dabei haben, die Handtaschen oder T-Shirts verkaufen. Die schicken wir rigoros wieder weg.“

Natürlich wird auch das Wetter über den Erfolg des Flohmarkt-Revivals entscheiden. „Kalt und trocken sollte es sein. Dann schmeckt auch der Punsch am besten“, sagt Harder und lacht. Ein Punschstand und ein Zelt werden auf dem Friedrichplatz, vor der VR Bank, aufgebaut. Weitere Buden sind auf dem Friedrichsberger Marktplatz geplant. Harder hofft, dass die Resonanz der Gäste ähnlich positiv sein wird wie bei „Schleswig swingt“. „Da kamen die Leute während der Veranstaltung zu mir und haben sich bedankt. Das war ein schönes Gefühl.“

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erstellt am 21.Okt.2015 | 07:45 Uhr

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