Vorentscheidung zum Landestheater : Neues Theater in Schleswig: Wie groß soll es werden?

Die Heimat ist sanierungsbedürftig.
Die Heimat ist sanierungsbedürftig.

Bekommt Schleswig auf der Freiheit eine neue Spielstätte für das Landestheater? Noch sind viele Detailfragen offen.

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05. Juni 2018, 07:00 Uhr

Schleswig | Am kommenden Montag fällt eine wichtige Vorentscheidung. Dann treffen sich Bürgermeister Arthur Christiansen und Landestheater-Generalintendant Peter Grisebach mit Vertretern des Kieler Kultusministeriums und der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH). Es geht um das neue Theater auf der Freiheit. Wie groß soll es werden? Was muss das Bauwerk bieten, damit das Landestheater dort neben Schauspiel auch Oper, Ballett und Sinfoniekonzerte anbieten kann?

Arthur Christiansen hat im Vorfeld deutlich gemacht, dass er nicht derjenige sein wird, der dort detaillierte eigene Vorstellungen vorbringt. „Ich bin kein Theaterfachmann. Ich weiß nicht, wie groß die Bühne sein muss oder welche Scheinwerfer die richtigen sind.“ Auch empfehle er der Schleswiger Kommunalpolitik, sich nicht in Diskussionen um diese Fragen zu verlieren, sagte der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses.

Stadt zahlt höchstens fünf Millionen

Ob diese Debatte wirklich ausbleiben wird, ist fraglich. Denn es geht um viel Geld aus dem städtischen Haushalt. Vom Land sollen für den Theaterbau 4,5 Millionen Euro kommen. Die Stadt Schleswig wird – so ist die aktuelle Beschlusslage der Ratsversammlung, fünf Millionen Euro ausgeben und keinen Cent mehr.

Diese Summe stand schon vor fünf Jahren im Raum, als es noch darum ging, das ehemalige Volkskunde-Museum auf dem Hesterberg zum neuen Hauptsitz des Landestheaters umzubauen, was die Ratsversammlung letztlich ablehnte. Ende 2015 kaufte die Stadt dann für eine Million Euro das ehemalige Bundeswehr-Mannschaftsheim auf der Freiheit mit dem „Heimat“-Varieté, um daraus ein multifunktionales Theatergebäude zu machen. Im Dezember 2016 hatte die Ratsversammlung das Kostenlimit von fünf Millionen Euro in einem einstimmigen Beschluss bekräftigt.

Höhere Kosten im Baugewerbe

Seither seien jedoch die allgemeinen Kosten im Baugewerbe spürbar gestiegen, gab der Bürgermeister zu bedenken. Er betonte, dass das Land seinen Zuschuss ausschließlich zu dem Zweck gewähre, die Zukunft des Landestheaters zu sichern, indem dieses in Schleswig eine neue Spielstätte erhält. Deshalb habe das Kultusministerium auch das letzte Wort bei der Frage, welche bauliche Ausstattung erforderlich ist. Festgeschrieben wird diese Ausstattung in einem Raumbuch, das den Teilnehmern eines Architektenwettbewerbs an die Hand gegeben wird.

Um den Wettbewerb zu starten, wird die Ratsversammlung voraussichtlich in den Sommerferien zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Die Entscheidung trifft danach formal der Aufsichtsrat der Schleswiger Kommunalbetriebe (Stadtwerke) als Bauherr. Christiansen rechnet damit, dass im Dezember oder Januar belastbare Zahlen zu den Baukosten vorliegen. „Dann kommt es zum Schwur. Dann müssen wir Farbe bekennen.“

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