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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2017 | 22:36 Uhr

Schleswig : Neues Leben im Kreiswehrersatzamt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gewoba plant in der ehemaligen Behörde die Einrichtung einer Kita und eines Cafés. Die Umbauarbeiten könnten schon im Februar beginnen.

von
erstellt am 12.Nov.2015 | 07:14 Uhr

Jetzt kann alles ganz schnell gehen. Nachdem die Ratsversammlung am Montag einstimmig für die notwendige Änderung des Bebauungsplanes für den Bereich rund um das ehemalige Kreiswehrersatzamt gestimmt hat, will der neue Eigentümer der Immobilie, die Wohnungsbaugenossenschaft Gewoba Nord, jetzt Nägel mit Köpfen machen. „Wir werden noch in diesem Monat den Bauantrag stellen. Unser Wunschtermin für den Beginn der Umbauarbeiten ist dann der 1. Februar 2016. Vielleicht klappt es ja“, sagt Patrick Philip Bauer, Abteilungsleiter Bauplanung bei der Gewoba.

Nachdem die Bundeswehr im Zuge der Abschaffung der Wehrpflicht das markante Gebäude an der Moltkestraße im Dezember 2013 verlassen hatte, stand es einige Monate leer. Bis die Gewoba, die ihren Hauptsitz in direkter Nachbarschaft hat, zuschlug. Seitdem wurde an den Plänen für die Nachnutzung kräftig gefeilt. „Hier soll etwas entstehen, das den gesamten Stadtteil bereichert“, sagt Bauer. Entsprechend ambitioniert präsentieren sich dann auch die Zeichnungen der Architekten.

Die Außenfassade soll dabei zwar so gut wie möglich erhalten bleiben. Innen aber, so betont Bauer, wolle man den Behördencharakter mit den langen, dunklen Fluren aufbohren und mehr Licht – und vor allem Lebens ins Gebäude holen. So soll im Erdgeschoss des Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäudes eine Kindertagesstätte mit zwei Gruppen entstehen. Der Bedarf dafür sei da, sagt Laurie Finster, Abteilungsleiterin im Bestandsmanagement der Gewoba, die von mehreren Gesprächen mit der Stadt berichtet. Auch einige Interessenten, die die Trägerschaft für die Kita übernehmen möchten, gebe es bereits. „Das Angebot soll auch den Eltern zugute kommen, die hier rundherum in den Büros und Behörden arbeiten. Deshalb planen wir auch, einige Betriebskitaplätze einzurichten“, sagt Finster. Im hinteren Bereich des Gebäudes werde zudem ein rund 800 Quadratmeter großer Außenbereich zum Spielen und Toben entstehen. Noch mehr Leben soll ein Café, das sich über 140 Quadratmeter in der Mitte des Erdgeschosses (plus Außenterrasse) erstreckt, in die Bude bringen. „Wir stellen uns da etwas Hippes, Gemütliches vor, wo sich Leute in der Mittagspause treffen können oder Eltern, bevor sie ihre Kinder aus der Kita abholen“, sagt Finster. Allerdings suche man noch einen Betreiber.

Ebenfalls im Erdgeschoss soll eine Art Stadtteilbüro entstehen für Angebote aus den Bereichen Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit (Finster: „Die Pläne werden in den kommenden Monaten noch konkreter“). Zudem ist ein großer Multifunktionsraum geplant, der für private Zwecke aber auch von Firmen angemietet werden kann. Diese wiederum könnten dann aus dem eigenen Haus kommen. Denn im ersten Stock werden Büroflächen angeboten. Auch der Einzug von Arztpraxen sei möglich, sagt Patrick Philip Bauer, der von „zahlreichen Interessenten“ spricht.

Wer in das zweite Obergeschoss einzieht, ist hingegen schon sicher. Hier werden künftig die Mitarbeiter der Gewoba-Tochter BUD (Bau- und Dienstleistung GmbH) sitzen. Zurzeit sind deren Büros noch über mehrere Standorte innerhalb des Stadtgebietes verteilt. „Wenn alles nach Plan läuft, können diese Räume ab September 2016 bezogen werden. Die Kita könnte vielleicht schon einen Monat früher eröffnen“, sagt Bauer.

Deutlich länger wird es hingegen dauern, bis der Neubau fertig ist, der hinter dem Kreiswehrersatzamt in Nachbarschaft zum Ärztehaus am Seminarweg entstehen soll. Baubeginn ist voraussichtlich erst 2018. Hier plant die Gewoba eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe (hierfür war die B-Plan-Änderung nötig) – verteilt auf fünf Stockwerke. Parkplätze dafür stehen übrigens schon jetzt ausreichend zur Verfügung: im direkt dahinter gelegenen Gewoba-Parkhaus.

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