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Landesförderzentrum Sehen : Neues Kurshaus für 870.000 Euro

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Pünktlich zu ihrem 30-jährigen Bestehen konnte die Schule, die Sehbehinderte Jugendliche aus ganz Schleswig-Holstein betreut, ihr neues Seminargebäude in Schleswig einweihen.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Hell und einladend steht es da, das mehr als 300 Quadratmeter große neue Kurshaus des Landesförderzentrums Sehen (LFS). Pünktlich zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung konnte Schulleiter Josef Adrian am Sonnabend die Schlüssel in Empfang nehmen. Der Vorgängerbau war 1954 errichtet worden und sei zuletzt am „Rande der Baufälligkeit gewesen“, betonte er. Daher war es Anfang des Jahres der Abrissbirne zum Opfer gefallen, und ab Februar entstand im Auftrag des Landes in Rekordzeit der Neubau für 870 000 Euro. „Eigentlich wollten wir zu Beginn des neuen Schuljahres fertig sein, das haben wir nicht ganz geschafft“, sagte Hans-Adolf Bilzhause, Geschäftsführer der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, das die Leitung des Baus übernommen hatte.

Der Neubau bietet ab sofort 14 jungen Menschen Platz, die in vier Schlafräumen untergebracht werden. Daneben stehen eine Werkstatt, eine barrierefreie Küche und ein großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung. Fußböden und Türen tragen kräftige Farben. Das macht die Orientierung für die sehbehinderten Schüler einfacher. Zudem wurde auf eine blendfreie Grundbeleuchtung geachtet. Zwar wird das LFS als „Schule ohne Schüler“ das Kurshaus nicht für den täglichen Unterricht benötigen, da das 56-köpfige Lehrerkollegium die sehbehinderten und blinden Kinder und Jugendlichen an ihren Regelschulen vor Ort betreuen. Dennoch ist das Kurshaus ein wesentlicher Grundpfeiler des LFS, da die landesweit 900 Schüler regelmäßig zu mehrtägigen Kursen nach Schleswig kommen, bei denen sie lernen, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen.

Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack betonte in seinem Grußwort die Bedeutung gemeinsamen Lernens aller Kinder und „dass die Integrationsquote für hör- und sehgeschädigte Kinder in Schleswig-Holstein nahezu 100 Prozent beträgt“. Abschließend wünschte er den Schülern, dass „sie das Haus mit Leben füllen“.

Nichts anderes hatten die zwei Schüler Katharina Tiepelmann und Jule Fischer im Sinn, die zusammen bereits an 40 Kursen teilgenommen haben. „Alle waren lehrreich und lustig und reichten von der Verkehrserziehung bis zu Theater- und Kochkurs. „Nach einem Kurs kommen wir stärker denn je in der Welt der Nicht-Blinden klar“, waren sich die jungen Frauen einig. Das alte Kurshaus sei wie ein zweites Zuhause gewesen und sie hofften, der Neubau werde ein würdiger Nachfolger.

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