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Baubeginn im Sommer : Neues Klinikum auf dem Hesterberg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Land fördert das Projekt mit fast neun Millionen Euro.

von
erstellt am 10.Mai.2017 | 11:34 Uhr

Es ist etwa 45 Jahre her, als die Zentralklinik für die Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Hesterberg vom damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg unter den Klängen von Blasmusik eingeweiht wurde. Nun wird dieses einst modernste Haus am Platze bald Geschichte sein. Denn sobald der neue Nachfolge-Bau des Klinikums auf dem Hesterberg errichtet sein wird, hat der graue Betonklotz mit dem typischen 70er-Jahre-Antlitz ausgedient – und steht zum Abriss frei. Das erklärte auf SN-Nachfrage gestern John Friedrich Näthke, Geschäftsführer des Helios-Klinikums Schleswig.

„Wir arbeiten daran, noch in diesem Sommer mit dem Neubau zu beginnen“, erklärt Näthke. Die Ausschreibungen seien bereits in vollem Gange. Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert er auf mehr als zwölf Millionen Euro. Einen Teil dieses Geldes hat das Helios-Klinikum bereits in der Tasche: Das Land Schleswig-Holstein gibt Fördermittel in Höhe von 8,76 Millionen Euro als Beitrag für die Neustrukturierung der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Hesterberg, bestätigt das Kieler Sozialministerium gegenüber den SN.

Der offizielle Förderbescheid war bereits im vergangenen Dezember bei der Helios-Geschäftsführung eingegangen. „Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie hat eine wichtige Bedeutung für Schleswig-Holstein, da sie mit 127 Betten die größte im Lande ist“, betont Ministeriumssprecher Christian Kohl. Zudem gibt es noch drei kleinere Kliniken für die stationäre Versorgung, darunter eine am Kieler Universitätsklinikum. Die Schleswiger Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie habe einen überregionalen Versorgungsauftrag zu leisten.

Das Psychiatrie-Gelände auf dem Hesterberg umfasst elf Hektar. Das neue Klinikum wird, von der Friedrich-Ebert-Straße aus gesehen, im hinteren Bereich angesiedelt sein – genau an der Stelle, wo zuvor das bereits abgerissene „Haus F“ gestanden hat. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Hesterberg-Schule, deren Träger das Land ist. Weitere denkmalgeschützte Backstein-Häuser auf dem Areal („Haus E“, „Haus H“ sowie „Haus I“) bleiben in Wartestellung. Das heißt: „Wir werden sie erst dann von Grund auf renovieren, wenn wir genau wissen, für welche Nutzung wir sie brauchen“, sagt Näthke. Fest stehe jedoch, dass man das Konzept einer stationären Eltern-Kind-Aufnahme in einem der Häuser realisieren will. „Dann wird ein Kind, das eine psychiatrische Behandlung oder Therapie benötigt, stets einen Elternteil bei sich haben können.“ Für den Therapieerfolg sei dies sehr förderlich.

Welches Aussehen das neue Klinikum haben wird – „dazu gab es eine lange Diskussion, die zu einem guten Ende geführt hat“, sagt Näthke. Denn im Angesicht der Nachbargebäude, die unter Denkmalschutz stehen, sei man bemüht gewesen, den Neubau in die Umgebung einzufügen. Deshalb soll auch die Front des Gebäudes, das zweistöckig sein wird, Backstein-Elemente enthalten.

Was auf dem Grundstück des alten Klinikums nach dem Abriss passieren soll, steht noch nicht fest. Näthke: „Möglicherweise wollen wir die Fläche veräußern.“ Das Planungsrecht für diesen interessanten Standort liegt bei der Stadt.

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