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Schleswiger Nachrichten

22. November 2017 | 23:27 Uhr

Kropp : Neues Hebammen-Team stellt sich vor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Kropper Hebammen haben Unterstützung bekommen und betreuen jetzt in neuen Räumen.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 07:35 Uhr

Anfang des Jahres herrschte noch Notstand bei den Kropper Hebammen – inzwischen hat das Team von „Eine runde Sache“ nicht nur personelle Verstärkung gefunden, sondern auch neue Räume. Neben Anne-Kathrin Richter, Bente Addix, Stefanie Dangel und Janna Hecker ist Ines Schön seit März als fünfte Hebamme dabei. Erst im Januar war sie von Cottbus nach Treia gezogen.

Vor Kurzem noch waren die Kropper Hebammen so ausgelastet, dass sie schwangeren Frauen, die von ihnen betreut werden wollten, absagen mussten. „Das ist jetzt mit Ines nicht mehr der Fall“, freut sich Anne-Kathrin Richter. Für das größer gewordene Team, zu dem noch Kinderkrankenschwester Elisabeth Wehrmann, Physiotherapeutin Sonja Moebus und Yogalehrerin Anja Petersen gehören, wurden dann neue Räume gesucht, „da die alten zu klein wurden“, ergänzt sie. Seit 1. September ist „Eine runde Sache“ in der Poststraße 2a zu finden.

An der neuen Adresse sei ihnen der Vermieter sehr entgegen gekommen, habe eine Wand rausgerissen und den Fußboden erneuert, fährt Richter fort. Im Eingangsbereich ist neben einem Büro noch der Wehenschreiber zu finden, der mithilfe eines Paravents vom restlichen Raum abgetrennt ist. Eine Tür weiter ist der Kursraum, in dem neben Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik auch Yoga-Unterricht und Babymassage angeboten werden. „Die Frauen fühlen sich hier sehr wohl“, berichtet Bente Addix über die positive Resonanz.

Auch die Hebammen arbeiten gerne in den Räumen: „Es ist geräumiger als vorher“, meint Ines Schön. Sie ist seit 1984 Hebamme und war in Cottbus zuletzt freiberuflich tätig. Dort sei die Situation nicht besser als in Schleswig-Holstein, sagt sie. „Viele Geburtsstationen wurden geschlossen.“ Was Hausbesuche von Hebammen angehe, sei die Lage ganz schlecht. „Ich kriege noch heute Anrufe von dort“, fährt sie fort. In Kropp wiederum reagieren viele Frauen auf den Hebammen-Mangel, indem „sie sich immer früher eine suchen“, erzählt Bente Addix von Anrufen werdender Mütter, die erst im Mai Geburtstermin hätten.

„Schon zur Wendezeit wurde gesagt, dass es einen Mangel an Hebammen geben wird, weil weniger ausgebildet wird“, meint Schön. Durch den Aufwand und die Verunsicherung aufgrund hoher Versicherungsbeiträge „fangen junge Frauen seltener an, freiberuflich zu arbeiten“, ergänzt Bente Addix, für die immer klar war, dass sie Hebamme werden wollte. Auch für Ines Schön ist ihre Arbeit eine „Berufung“ und mache Spaß. Sonst würde man über einen Anruf um 23.30 Uhr nicht lachen, ergänzt sie.

Krankenhäuser suchten zwar auch Hebammen, und eines hätte bei ihr angefragt, Ines Schön entschied sich aber für ihre Kolleginnen in Kropp. „Wir sind eine gute Gruppe“, meint Anne-Kathrin Richter. Dank unterschiedlicher Arbeitsansätze könnten sie voneinander lernen. Ein weiterer Vorteil ihrer Teamarbeit: „Wir vertreten uns gegenseitig.“

Die Frauen von „Eine runde Sache“ haben weitere Pläne: Sie möchten Yoga-Kurse nicht nur für Schwangere, sondern für jedermann anbieten. Zudem sei ein Kurs zur Ersten Hilfe am Kind in Planung, der Termin steht aber noch nicht fest.



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