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Schleswiger Nachrichten

20. Oktober 2017 | 14:49 Uhr

Schleswig : Neues Gerüst für den Domturm

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schutzkonstruktion vor dem Hauptportal wird nach dreieinhalb Jahren ausgetauscht. Die Untersuchung der Fassaden-Schäden geht derweil voran.

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 12:15 Uhr

Um den heißen Brei drumherum reden möchte Marie-Elisabeth Most-Werbeck erst gar nicht. „Das alte hässliche Gerüst wird durch ein weniger hässliches ersetzt. Das ist es im Grunde“, sagt die Pressereferentin der Bischofskanzlei. Tatsächlich ist in den vergangenen Tagen die sperrige Konstruktion aus Holz und Stahl verschwunden, die bereits seit Weihnachten 2011 vor dem Hauptportal des St.-Petri-Doms aufgebaut war und Besucher vor herabfallenden Fassadenteilen schützte (wir berichteten). Inzwischen sind Mitarbeiter der Schleswiger Firma Lorenzen dabei, ein Ersatzbauwerk zu errichten. Vorwiegend aus Kiefern- und Fichtenholz. Bis voraussichtlich Ende kommender Woche wird das neue Gerüst fertig sein – wenn denn das Wetter weiter mitspielt.

Dass sich die evangelische Landeskirche als Eigentümerin des Domes zu diesem Wechsel entschieden hat, hat laut Most-Werbeck aber nicht nur ästhetische, sondern auch finanzielle Gründe. Denn das alte Gerüst war nur angemietet. Das neue Modell hingegen, das an selber Stelle wahrscheinlich ebenfalls noch mehrere Jahre seinen Dienst verrichten muss, wird nun gekauft. Ganz ohne Schönheitsmängel kommt es allerdings auch nicht aus. Denn die Konstruktion ruht auf acht jeweils rund eineinhalb Tonnen schweren Betonquadern, die nun direkt vor dem Domportal stehen. Sie sollen dem Gerüst auf der dem Wetter ausgesetzten Westseite den nötigen Halt geben.

Wind und Regen werden wohl auch hauptsächlich dafür verantwortlich sein, dass der 112 Meter hohe Domturm seit Jahren bröckelt. Warum die Backsteinverblendungen an der Fassade allerdings so extrem anfällig sind, wissen die Experten noch immer nicht genau. Zurzeit werden die Ergebnisse von Messungen und Untersuchungen ausgewertet, die am Domturm – innen wie außen – in den vergangenen Monaten vorgenommen wurden. „Wir sind schon ein ganzes Stück vorangekommen. Jetzt geht es darum, ein Gesamtbild der Schäden zu erarbeiten“, sagt Alexander Wesch. Der Architekt vom Büro Dr. Krekeler aus Brandenburg an der Havel war in den vergangenen Wochen mehrfach in Schleswig und hat sich sowohl mit dem Turm selbst als auch mit dessen Bau- und Sanierungsgeschichte intensiv befasst. Im März kommt er zum nächsten Austausch mit Vertretern des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein (GMSH) und der Landeskirche an die Schlei. Im Frühjahr setzt er dann die Untersuchungen am Domturm fort. „Es geht jetzt darum, dass wir alle unsere Hausaufgaben machen, damit am Ende ein Ergebnis steht und wir wissen, woran dieser Turm wirklich krankt. Dann können wir auch sagen, was die Sanierung kostet“, sagt Wesch.

Unabhängig vom Preis laufen die Verhandlungen über eine Finanzierung der Renovierung hinter den Kulissen bereits auf Hochtouren. Neben dem Land, der Landeskirche und dem GMSH sitzt dabei auch die Stadt Schleswig mit am Tisch.

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