Schleswig : Neues Ärztehaus in der Warteschleife

Die Abbruchgenehmigung durch die Stadt liegt schon seit Sommer vor. Dennoch steht der ehemalige Waschsalon an der Ecke Stadtweg/Moltkestraße noch immer.
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Die Abbruchgenehmigung durch die Stadt liegt schon seit Sommer vor. Dennoch steht der ehemalige Waschsalon an der Ecke Stadtweg/Moltkestraße noch immer.

Die Pläne für medizinisches Zentrum an der Ecke Stadtweg/Moltkestraße verzögern sich. Dabei könnte die Zukunft der Hertie-Immobilie eine entscheidende Rolle spielen.

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25. November 2014, 07:24 Uhr

Eigentlich hätte es schon im Sommer dem Abbruchbagger zum Opfer fallen sollen, das Gebäude an der Ecke Stadtweg/Moltkestraße. Es sollte Platz machen für ein neues fünfstöckiges Ärztehaus. Doch der ehemalige Waschsalon, der sich – nach vielen Jahren des Leerstandes – längst in einem erbärmlichen Zustand präsentiert, steht noch immer. „Leider“, wie auch Hermann Wighardt betont.

Der Apotheker („Doc Morris“) hat das Gebäude gemeinsam mit den beiden Schleswiger Hautärzten Dr. Martin Behne und Dr. Jens-Michael Jensen gekauft. Mehrere Millionen Euro will das Trio in den Bau eines Ärztehauses an gleicher Stelle investieren. „Aber erst, wenn wir drei Viertel der Fläche sicher voll haben, geht es los“, sagt Wighardt, der die Verzögerung der Baupläne bedauert. „Wir waren monatelang in konkreten Verhandlungen mit den Ärzten einer Schleswiger Gemeinschaftspraxis. Unser Architekt hatte die Pläne angepasst, die Verträge waren unterschriftsreif. Aber am Ende haben sie abgesagt“, erklärt der Apotheker, der dennoch, wie auch seine beiden Partner, an den Plänen für den Neubau festhält. Beide wollen jeweils eine Etage des Hauses beziehen (die Apotheke im Erdgeschoss). Inzwischen sei man mit anderen Ärzten in Gesprächen, aber auch noch offen für weitere Interessenten. „Unser Wunsch ist, dass es möglichst bald losgeht. Denn unsere Praxis platzt aus allen Nähten. Aber so lange keine Verträge unterschrieben sind, passiert auch nichts“, sagt Dr. Martin Behne.

Entscheidend für die Ärztehaus-Pläne, nicht nur mit Blick auf eine notwendige Anschlussbebauung, könnte derweil auch sein, wie es mit dem benachbarten Hertie-Gebäude weiter geht. „Das ist sicher nicht irrelevant, zumal sich dort anscheinend etwas tut“, sagt Apotheker Hermann Wighardt. Das wiederum bestätigt auch Rathaus-Sprecherin Antje Wendt. Allerdings räumt sie ein, dass sich die Pläne – ähnlich wie beim Ärztehaus – verzögern. Dabei verweist sie auf interne Veränderungen bei der Firma CR Investment, die alle ehemaligen Hertie-Kaufhäuser vermarktet. „Eigentlich sollte es noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Jetzt sind wir auf Januar fixiert, haben aber keine Zweifel daran, dass die Immobilie bald einen neuen Besitzer hat“, sagt Wendt, die zudem von weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Investor spricht. „Eigentlich ist alles unterschriftsreif.“

Wer genau dieser Partner ist, das ließ die Rathaussprecherin offen. Es könnte sich dabei allerdings um die Hamburger Firma AVW, der unter anderem das Schlei-Center gehört, handeln. Auf SN-Nachfrage wollte deren Sprecher Dirsko von Pfeil dies zwar nicht direkt bestätigen. Er erneuerte aber, wie bereits mehrfach in den vergangenen Jahren, das allgemeine Interesse von AVW an ehemaligen Hertie-Immobilien. Man sehe es als „sehr reizvolle Aufgabe“ an, die leer stehenden Gebäude zu „revitalisieren“. In diesem Zusammenhang bekräftigte von Pfeil auch, dass sein Unternehmen nach wie vor mit Hochdruck daran arbeite, die Leerstände im Schlei-Center zu bekämpfen. „Unser Maßstab ist immer die Vollvermietung. Wir sind guter Dinge, dass wir dort schon zeitnah einen neuen Mieter präsentieren können.“

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