Neuer Leiter für den Scheersberg

Vorsitzender Jörg Dietrich Kamischke (l.) ernannte   Karsten Biermann zum neuen Direktor des Jugendhofs Scheersberg.
Vorsitzender Jörg Dietrich Kamischke (l.) ernannte Karsten Biermann zum neuen Direktor des Jugendhofs Scheersberg.

Politikdozent Karsten Biermann übernimmt die Leitung der Internationalen Bildungsstätte des Deutschen Grenzvereins

Harding_Hannes3247.jpg von
27. März 2014, 16:15 Uhr

Mit einer handfesten Überraschung wartete Vorsitzender Jörg Dietrich Kamischke anlässlich der Jahresversammlung des Deutschen Grenzvereins in der Akademie Sankelmark auf: Er präsentierte den neuen Direktor der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg. Die Nachfolge von Hartmut Piekatz tritt der 36-jährige Politikwissenschaftler Karsten Biermann an, der seit vier Jahren als Projektleiter vor allem für die vom Bundesfamilienministerium finanzierte Seminarreihe „Demokratie stärken“ verantwortlich zeichnet.

Biermann führt außerdem seit 2013 Regie bei der Internationalen Scheersberger Studentenakademie. Der Vorstand des Grenzvereins traf diese Personalentscheidung in einer Eilsitzung kurz vor Beginn der Mitgliederversammlung. Kamischke stellte klar, dass „unser privater Verein“ nicht für ein umständliches Bewerbungsverfahren angewiesen sei. Mit der Ernennung von Karsten Biermann sei gewährleistet, dass sich der Stabwechsel an der Spitze der Bildungsstätte nahtlos vollziehe. Ein Vierteljahr lang war zuletzt Jugendbildungsreferent Ingo Mertins als kommissarischer Direktor tätig gewesen.

Biermann studierte in Kiel Pädagogik und öffentliches Recht, war in Weiterbildungs-Instituten sowie als Mitarbeiter bei den Grünen tätig. Er erklärte, er werde versuchen, im Sinne seines Vorgängers die Aufwärtsentwicklung und Lebendigkeit der Bildungsstätte fortzusetzen. Die erste große Herausforderung wird die Organisation des 80. Scheersbergfestes sein. Für die neue Aufgabe wünschte ihm Jörg Dietrich Kamische eine glückliche Hand. Der Vorsitzende versäumte nicht, die zwölfjährige Arbeit von Hartmut Piekatz zu würdigen. Dieser habe dazu beigetragen, dass der Scheersberg bei Teilnehmern, Partnern und staatlichen Stellen eine hohe Wertschätzung genieße.

Zu den Regularien in der Mitgliederversammlung gehörten Rückblicke auf die Jahresarbeit 2013 in Sankelmark, Leck und auf dem Scheersberg: Finanziell gesehen gab es für die Nordsee-Akademie Leck ein Defizit von über 17 000 Euro, weil weniger Teilnehmer kamen. Sankelmark machte ein Minus von 3000 Euro. „Dieser Einnahmenverlust bringt keinen um“, sagte der Vorsitzende. Allerdings bemängelte er, dass die Landesregierung ihre finanzielle Förderung für den Grenzverein um 15 000 Euro gekürzt habe. „Es soll doch gerecht zugehen“, sagte Kamischke. „Wir werden mit der Kulturministerin reden.“ Dass in diesem Jahr für ein Projekt in Sankelmark ein einmaliger Zuschuss aus Kiel von 10 000 Euro zugesagt worden ist, wird vom Vereinsvorstand kaum mehr als ein Trostpflaster betrachtet.

Hans Baron, früher Pastor in Angeln und jetzt Dozent in Sankelmark und Breklum, befasste sich in einem Vortrag mit den „Chancen und Herausforderungen der dritten Lebensphase“, legte dar, dass die Lebenserwartung deutlich zugenommen habe und die Gesellschaft darauf angewiesen sei, das in den „Ruheständlern“ vorhandene Potenzial mehr als bisher zu nutzen. Diese Aussage quittierten die anwesenden „Freunde und Veteranen der Bildungsarbeit“ (Kamischke) mit zustimmendem Beifall.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen