Neuer B-Plan für Port Olpenitz wird ausgelegt

Port Olpenitz,  Planungsstand Juli. Die drei Inseln sehen jetzt anders aus. Links: die charakteristische Themeninsel. Grafik: Port Olpenitz GmbH
Port Olpenitz, Planungsstand Juli. Die drei Inseln sehen jetzt anders aus. Links: die charakteristische Themeninsel. Grafik: Port Olpenitz GmbH

Ohne Gegenstimmen beschlossen Kappelns Umwelt- und Bauausschuss, den neuen B-Plan für Port Olpenitz nun öffentlich auszulegen. Damit ist eine wichtige Hürde zur Verwirklichung des überarbeiteten Millionenprojektes genommen.

shz.de von
28. Juli 2009, 09:26 Uhr

Kappeln | Gute vier Monate ist es her, als das Millionen schwere Hafendorf-Projekt Port Olpenitz mächtig ins Schwanken geriet. Umweltverbände hatten vor dem Schleswiger Oberverwaltungsgericht einen Normenkontrolle verlangt - und Recht bekommen. Der Bebauungsplan wurde aufgehoben. Nach wie vor hat er zwar durch die damals unverzüglich eingelegte Revision beim Bundesverwaltungsgericht Bestand. Doch weil Jaska Harm, Geschäftsführer der Port Olpenitz GmbH, keine sechs Wochen später eine komplette Umplanung präsentierte, mit der auch die Naturschützer einverstanden waren, konnte der Kappelner Bauausschuss jetzt die öffentliche Auslegung des neuen Bebauungsplans Nr. 65 beschließen. Zuvor hatte bereits der Umweltausschuss grünes Licht gegeben. Damit stellte die Stadt entscheidende Weichen für die Realisierung eines überarbeiteten Port Olpenitz.

Es war an Dr. Harald Korthals, die wichtigsten Unterschiede gegenüber der alten Planung herauszuarbeiten. Der Architekt der Projektentwicklung Harm GmbH nannte dabei das Resultat der Überplanung "nicht schlechter als vorher". Die wesentliche Änderung bleibt klar: keine Bebauung der Olpenitzer Halbinsel und der Schleiseite des Norddamms. Korthals: "Damit reichen keine Grundstücke tatsächlich bis an die Schlei heran." Statt der ursprünglich vier sieht der Plan jetzt drei Inseln vor, zudem fällt die Veranstaltungsarena ersatzlos weg. Der Freizeithügel wird in der Grundfläche halbiert und erreicht eine Höhe von 20 Metern. Schließlich wird die Hafeneinfahrt aus Küstenschutzgründen geschwungen gestaltet. An der südlichen Planungsgrenze soll der Geltungsbereich des B-Plans nun um knapp 1500 Quadratmeter erweitert werden. Als Ausgleich zur verlorenen Baufläche auf dem Nordhaken sollen unter anderem 75 Ferienwohnungen auf der Nordmole und 300 Ferienhäuser in der südlichen Flusslandschaft entstehen. Entlang der Uferpromenade sieht die Planung Räume für Gastronomie vor, sowie Ladenräume bis maximal 150 Quadratmeter. Ausnahme: Ein Vollversorger mit einer Grundfläche von 500 Quadratmeter wird ebenfalls zugelassen - "damit man nicht wegen eines Stück Seife nach Kappeln reinfahren muss", so Korthals. Auf der neuen Themeninsel kann ein Gebäude-Kranz entstehen, außen drei-, in der Mitte vier-, im Zentrum fünfgeschossig. 40 Ferienwohnungen sollen nach den Vorstellungen der Planer zudem auf vorhandenen Pontons errichtet werden.

Sämtliche notwendigen Gutachten, darunter Ausführungen zum Straßen- und Bootsverkehr, zum Lärmschutz, zur Abfallentsorgung, sind nach Angaben von Harald Korthals entweder bereits aktualisiert oder auf dem Weg dahin. In allen Fällen habe sich die Umplanung darauf gering bis gar nicht ausgewirkt.

"Erhebliche Auswirkungen" attestierte dagegen Uwe Herrmann dem Projekt mit Blick auf so genannte Schutzgüter wie Mensch, Tier, Pflanzen. Der Kieler Landschaftsarchitekt hatte den Umweltbericht zum Millionenprojekt erstellt. Herrmann: "Diese Beeinträchtigungen müssen aber bei einem Projekt dieser Größenordnung zwangsläufig entstehen. Zudem bewegen sie sich aufgrund der Vornutzung des Geländes in einem erträglichen Rahmen." Herrmanns Prognose: "Der B-Plan kann so auf jeden Fall in der Genehmigung rechtssicher vorgeführt werden."

Der Bebauungsplan Nr. 65 liegt vom 30. Juli bis 31. August im Bauamt des Kappelner Rathauses zur öffentlichen Einsicht aus.
Projekt in Zahlen
Grundstück: 170 Hektar, davon 62 Hektar Wasserfläche
Bettenkapazität: 1100 Betten in Hotels, 5900 Betten in Ferienhäusern
Bootsliegeplätze: 2500
Inseln: zwei Inseln mit Landverbindung und 180 Ferienhäusern, eine Themeninsel ohne Landverbindung mit Seminar- und Anti-Stress-Hotel und eigenem Hafen
Promenade: 2,4 laufende Kilometer
gestaltete Freifläche: 43 Hektar
Investitionsvolumen: rund 500 Millionen Euro

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