Schleswig : Neuer Ankerplatz für die „Aquarius“

Bei starkem Schneeregen und eisigem Westwind setzte Peter Reith gestern Morgen mit seinem kleinen Beiboot von der „Aquarius“ zum Yachthafen am Wikingturm über.
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Bei starkem Schneeregen und eisigem Westwind setzte Peter Reith gestern Morgen mit seinem kleinen Beiboot von der „Aquarius“ zum Yachthafen am Wikingturm über.

Wohnschiff hat zwischen Möweninsel und Wikingturm fest gemacht.

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15. Januar 2015, 07:40 Uhr

Seit eineinhalb Jahren ist sie fester Bestandteil des Schleswiger Stadtbildes: die „Aquarius“, ein über 100 Jahre altes ehemaliges Wasserbunkerboot. Erstmals kreuzte sie im September 2013 auf. Seitdem lag sie an verschiedenen Stellen in der inneren Schlei vor Anker, vorwiegend in der Kleinen Breite vor der Freiheit (wir berichteten). Seit gestern nun hat sich die hölzerne Dame erstmals deutlich westlich davon ein Plätzchen zum Verweilen gesucht – zwischen Möweninsel und Wikingturm.

„Ich wollte einfach mal etwas anderes sehen“, sagt Peter Reith, der das betagte Schiff 1996 kaufte und danach – in Eigenarbeit – zum Wohnschiff umbaute. Etwa zwei Wochen, so plant der 53-Jährige, wird er dort vor Anker liegen. „Denn ich rechne damit, dass der starke Westwind bis dahin anhält. Hier bin ich vor ihm etwas besser geschützt“, sagt er. Gleichzeitig genießt er schon jetzt die für ihn neue Perspektive auf Schleswig. „Die Stadt sieht toll aus von hier. Der Dom, das Schloss, der Wikingturm – einfach herrlich“, schwärmt der Zimmermeister und Lebenskünstler.

Je länger er in Schleswig sei, desto mehr gefielen ihm die Stadt und ihre Einwohner. „Auch wenn ich es anfangs gar nicht so geplant hatte, kann ich mir inzwischen sehr gut vorstellen, dauerhaft hier zu bleiben. Ich fühle mich wohl und akzeptiert“, sagt Reith, der mit seinem 30 Meter langen Schiff schon einige Stationen in ganz Deutschland abgefahren und als Wohnort ausgetestet hat.

Zurzeit lebt er alleine auf der „Aquarius“, die mit einem großen Wassertank, Holzheizung und Solarstrom ausgestattet ist. Erst im Frühjahr kommt seine Lebensgefährtin Heike Sommer zurück an Bord. Das Gleiche gilt für ihren gemeinsamen Freund Michael Deye, der immer mal wieder für längere Zeit zu Besuch ist. „Das macht mir aber nichts aus. Ich genieße dieses Leben – mit allem was dazu gehört.“

So habe es ihn auch nicht gestört, dass der letzte Sturm ihn dazu gezwungen hat, mehrere Tage an Bord seines Schiffes bleiben zu müssen. Im vergangenen Februar hatte er sogar – ebenfalls völlig auf sich allein gestellt – zwei Wochen lang vor Winning im Eis festgesessen. „Ich bin auf so etwas immer gut vorbereitet, schaue mir ständig die Wetterberichte im Internet an. Mal sehen, vielleicht kommt der Winter ja im Februar doch noch.“

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