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Schleswiger werkstätten : Neue Taschen aus alten Segeln

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die neue Nähgruppe der Schleswiger Werkstätten verarbeitet ausrangierte Stoffe zu hochwertigen Produkten. Zwölf Arbeitsplätze wurden damit geschaffen.

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 12:59 Uhr

Nicht Recycling, sondern Upcycling sei das richtige Wort. Das betont Marc Müller immer wieder. Denn schließlich würden seine Mitarbeiter längst ausrangierte Stoffe zu hochwertigen Produkten verarbeiten, die man woanders nicht so leicht bekommt. Genauer gesagt, sie machen aus alten Segeln neue Taschen, Hundehalsbänder oder auch Lampen. Alles individuell gestaltet, alles reine Handarbeit. Mit dieser Geschäftsidee ist jetzt die jüngst ins Leben gerufene Textilwerkstatt der Schleswiger Werkstätten an den Start gegangen. „Und schon nach kurzer Zeit haben wir sehr viel positive Resonanz darauf erfahren“, sagt Betriebsstättenleiter Marc Müller.

Bereits vor zwei Jahren waren – aus Platzgründen – Teile der ursprünglich in Schuby ansässigen Werkstatt in die Werner-von-Siemens-Straße 8 im Gewerbegebiet St. Jürgen verlegt worden. Dort befindet sich neben der Medienabteilung, in der 16 Mitarbeiter beschäftigt sind, nun auch die Textilwerkstatt mit bis zu zwölf Arbeitsplätzen. „Das haben wir bewusst zusammengelegt, weil sich beide Seiten sehr gut ergänzen“, sagt Müller. Denn Dank modernster Technik könne die Nähgruppe auch Stoffe verarbeiten, die zuvor von den Mediengestaltern mit Bildern oder Logos bedruckt wurden.

Bei diesen Stoffen handelt es sich in erster Linie um Segel. Die Idee, diese zu individuell gestalteten Taschen zu verarbeiten, kam Hobbysegler Müller, als er genau nach einem solchen Stück suchte – und zwar vergeblich. In kürzester Zeit hat sich die Produktpalette erweitert. Neben Strand-, Akten- oder Reisetaschen gibt es inzwischen auch Einbände für Terminplaner, Papierkörbe oder Tischlampen. Der Fantasie, so scheint es, sind kaum Grenzen gesetzt.

„Das, was uns dabei auszeichnet, ist sicherlich das Individuelle. Die Kunden kommen hierher und können ihre Wünsche äußern, wir setzen die dann um. Egal ob es um Farben, Formen oder Größe geht“, sagt Inge Lebang. Die gelernte Schneiderin mit pädagogischer Zusatzausbildung leitet gemeinsam mit ihrer Kollegin Brigitte Lüllwitz die Gruppe. „Das ist eine schöne Arbeit, auch weil dabei wirklich gute Produkte dabei herauskommen“, sagt Lebang. Eine Einschätzung, die auch Mitarbeiter Roland Mathiesen teilt. Er sei sehr zufrieden mit seinem Job in der Textilwerkstatt, sagt der 46-jährige Kappelner. „Die Arbeit mit den Segelstoffen ist eine echte Herausforderung, und die Atmosphäre hier ist sehr angenehm.“

Tatsächlich sind die Räume hell und großzügig gestaltet, die Durchgänge zwischen den Bereichen sind offen. Auch ein Shop für die Kunden ist integriert (Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr). Hinzu kommen moderne Arbeitsgeräte, wie etwa fünf große Industrienähmaschinen. „Wir möchten hier mit den Bedingungen ganz nah dran sein am ersten Arbeitsmarkt. Ich denke wir bieten unseren Angestellten eine hochwertige Arbeit, die von den Kunden auch angenommen wird“, sagt Marc Müller, der gleichzeitig aber betont, nicht in Konkurrenz mit den Segelmachern in der Region treten zu wollen. „Das können und wollen wir gar nicht. Wir möchten nur alte Segel weiterverarbeiten, upcyclen halt“, fügt er an. Wer also noch ein altes Segel im Keller oder in der Garage liegen hat, könne dies jederzeit gerne in der Werkstatt vorbeibringen. „Als Geschenk für eine solche Spende erhält man dann auch eine schöne Tasche aus dem eigenen Segelstoff“, verspricht der Betriebsstättenleiter. „Natürlich ganz nach den eigenen Wünschen.“

 

 

 

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