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Lindaunis : Neue Schleibrücke soll Anfang 2019 fertig sein

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Ersatz für das kombinierte Straßen- und Schienenbauwerk wird 46 Millionen Euro kosten.

Lindaunis | Spätestens Anfang 2019 sollen Angeln und Schwansen bei Lindaunis durch eine neue Brücke miteinander verbunden sein. Das erklärte Verkehrsminister Reinhard Meyer am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der SPD in Steinfeld. Demnach will das Land 36 Millionen Euro in das Projekt investieren. Die restlichen zehn Millionen zahlt die Bahn. Entstehen soll der Neubau unmittelbar neben der bestehenden Brücke.

Die Resonanz auf die Einladung zu der Veranstaltung, die SPD-Kreisvorsitzender Ralf Wrobel moderierte, zeigt deutlich, wie sehr das Nadelöhr die Gemüter der Menschen auf beiden Seiten der Schlei bewegt. Mehr als 80 Zuhörer waren in den Landgasthof „Jäger’s Ruh“ gekommen, um von Meyer endlich Klarheit darüber zu erlangen, wie es mit dem maroden Bauwerk weitergehen soll. „Die Brücke befindet sich unübersehbar in einem schwierigen Zustand“, stellte der Verkehrsminister fest. „Es besteht keine Chance, die vorhandene Brücke wieder grundlegend instand zu setzen.“

Vor zwei Jahren hatte Meyer sie bereits als „Industriedenkmal“ bezeichnet. Denn einige Teile stammen schon von ihrer Vorgängerin aus dem Jahre 1892. Im momentanen Zustand ist sie für Fahrzeuge bis zu einer Breite von 2,30 Metern und einer Achslast von zehn Tonnen zugelassen. Sperrungen sind an der Tagesordnung, der Umweg über Kappeln die lästige Folge für viele Autofahrer. An einem Neubau gehe kein Weg vorbei, so der Minister. Die Situation sei derzeit aus wirtschaftlicher Sicht misslich und der Zustand der Brücke unfallträchtig. In Gesprächen zwischen Ministerium, Bahn und dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) sei eine zweispurige Straße mit einem separaten Geh- und Radfahrweg als Zielvorgabe festgelegt worden. Das Bahngleis soll wieder auf der Straße verlaufen.

„Zu Beginn der Gespräche wurde eine Kostenteilung von 68 Prozent für das Land und 32 Prozent für die Bahn festgelegt“, fuhr der Minister fort, der mit dieser von seinem Vorgänger ausgehandelten Aufteilung sichtlich nicht zufrieden war. Bei einer momentanen Kostenschätzung von 46 Millionen habe er jeweils 18 Millionen Euro in die Haushaltsplanung für 2018 und 2019 einstellen lassen. „Das ist ein gewaltiger Schluck aus der Pulle“, stellte er fest. Deshalb müsse auch das Kabinett noch im Mai über diesen Punkt entscheiden. Sollte es grünes Licht geben, sei mit der Bahn vereinbart, dass diese die Arbeiten vorfinanziere. Dann könne man bereits im nächsten Jahr mit den Ausschreibungen beginnen. „Nach den Planungen sollte die Brücke dann Ende 2018 bis Anfang 2019 fertig sein“, so Meyer. Am 26. März werde die Bahn ihrerseits dazu in Rieseby bei einer öffentlichen Veranstaltung genauere Auskünfte machen, kündigte er an.

Torsten Conradt, Direktor des LBV, erklärte, dass die Brücke während der Bauzeit nur für eine geringe Zeit vollständig gesperrt werde. „Denn die neue Brücke entsteht neben der alten“, erklärte er. Die Fahrbahn der Straße werde in Richtung Kappeln verschwenkt. In Kürze werde allerdings ein Wechsel der Fahrbahnbeläge vorgenommen, mit der die Brücke für den Rest ihrer Lebenszeit ertüchtigt werde. Dafür seien noch einmal Vollsperrungen erforderlich.

Von einigen Zuhörern wurde die bisherige Ankündigungspraxis bei Sperrungen der Brücke als nicht ausreichend kritisiert. Meyer versprach, dies in Kiel prüfen zu lassen. Auf Nachfrage betonte er zudem, dass die Bahn kein Interesse daran habe, das nach dem Brückenbau überflüssige Gleis in Lindaunis als Abstellmöglichkeit für die Angelner Dampfeisenbahn zu betreiben. Auch sein Ministerium könne dies nicht finanziell unterstützen. Förderung könne man nur über EU-Mittel erhalten, wie sie der Aktivregion zur Verfügung stünden. Auch könne durch den vorgegebenen Verkehrstakt der Züge der Bahnhof Lindaunis werktags nicht wieder zur Haltestelle werden. Allerdings werde geprüft, ob das am Wochenende während der Tourismussaison möglich wäre.

Fast zu einem Eklat kam es, als sich ein Fuhrunternehmer über die Sperrung der Brücke für schwere Fahrzeuge beklagte. Er listete auf, wie viel Zeit, Geld und Personalkosten ihm zusätzlich entstünden. Conradt erklärte, dass es eine Ausnahmeregelung gebe. Diese sei mit dem Unternehmensverband abgestimmt, allerdings noch nie veröffentlicht worden. Es existiere eine Liste von Fahrzeugen, die von März bis Mai und von Juni bis September auf der Brücke freie Fahrt hätten. Jeder Unternehmer könne beim Landesbetrieb eine Aufnahme in diese Liste beantragen.

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