Schleswig : Neue Regeln für die Königswiesen

Im Schneematsch wagten sich gestern Vater und Kind mit einem Schlitten auf die Königswiesen.
Foto:
Im Schneematsch wagten sich gestern Vater und Kind mit einem Schlitten auf die Königswiesen.

Stadtverwaltung möchte mehr kommerzielle Veranstaltungen ermöglichen – und denkt vor allem an das „Norden“-Kulturfestival.

von
19. Januar 2018, 07:00 Uhr

Ein Winterspaziergang auf den Königswiesen – das war gestern praktisch unmöglich – jedenfalls wenn man trockene Füße behalten wollte. Im Schneematsch zeigte sich wieder einmal, dass der Stadtpark ein Problem mit der Entwässerung hat. Auch auf den befestigten Wegen stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch. Gullys und Drainagerohre sollen die Situation noch in diesem Jahr verbessern – auch damit auf dem Gelände weiterhin Großveranstaltungen stattfinden können.

Der Kulturausschuss wird sich in seiner Sitzung am nächsten Donnerstag (16 Uhr im Rathaus) auch noch mit einem anderen Aspekt beschäftigen, der für kommerzielle Veranstalter immer wieder ein Hindernis ist: mit den Richtlinien für die Nutzung der Königswiesen, die seit der Landesgartenschau von 2008 gelten.

Das Land Schleswig-Holstein und die EU hatten damals Millionen für die Herrichtung der Königswiesen gegeben – unter der Bedingung, dass diese Investition in erster Linie der Allgemeinheit zugutekommt und nicht privaten Unternehmen. Deshalb sind kommerzielle Veranstaltungen auf dem Gelände nur beschränkt zulässig: nur an 30 Tagen im Jahr und nur auf bestimmten Teilflächen.

Diese Beschränkung gilt auch für das Kultur- und Kunstfestival „Norden“, das der Hamburger Eventmanager Manfred Pakusius in diesem Jahr ab Ende August an mehreren Wochenenden veranstalten will und das die Stadt Schleswig in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt 40 000 Euro bezuschusst.

Eine Änderung der Richtlinien soll nun möglich machen, dass dieses Festival auch auf dem westlichen Teil der Königswiesen direkt am Luisenbad stattfinden kann. Dort sind die Probleme mit der Entwässerung vergleichsweise gering. Nach Auskunft der Stadtverwaltung hat das zuständige Referat im Landesinnenministerium sich bereits damit einverstanden erklärt, kommerzielle Veranstaltungen in diesem Bereich zu akzeptieren, ohne dass die Stadt Fördergelder zurückzahlen muss.

In einem anderen Punkt jedoch fehlt das Okay aus Kiel bisher: Mit einem Kniff möchte man im Rathaus die Zahl der Tage erhöhen, an denen kommerzielle Veranstaltungen zulässig sind. Bisher geht dies an 30 Tagen – mit einer Ausnahme, die ursprünglich fürs Public Viewing zur Fußball-WM in die Richtlinien geschrieben wurde: „Veranstaltungen vor dem Hintergrund von Ereignissen mit herausragender gesellschaftlicher Bedeutung“ sollen an 20 zusätzlichen Tagen möglich sein. Diese Ausnahme, so stellt man es sich im Rathaus vor, soll auch für Veranstaltungen gelten, die selbst von herausragender gesellschaftlicher und kultureller Bedeutung sind. Diese Regelung könnte man dann auf das Norden-Festival anwenden. Man gehe davon, dass eine solche Bedeutung vorliege, „weil das Konzept und die Strahlkraft besonders sind“, sagt Rathaus-Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch.

Ob es Pakusius gelingt, ein Programm auf die Beine zu stellen, dass sich mit der Fußball-WM messen lassen kann, das wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Ende Februar oder Anfang März werde er die ersten Künstler nennen können, die er verpflichtet hat, sagt er auf SN-Nachfrage. „Die Vorbereitungen sind absolut in der Spur.“

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen