Neue Märkte für „Vega Salmon“

Weil das Unternehmen „Vega Salmon“ seine Zentrale nach Handewitt verlegt hat, mussten die Genehmigungen für den Export nach Australien neu beantragt werden.
Weil das Unternehmen „Vega Salmon“ seine Zentrale nach Handewitt verlegt hat, mussten die Genehmigungen für den Export nach Australien neu beantragt werden.

Nach mehrjährigen Bemühungen darf das Handewitter Unternehmen künftig Lachse nach Australien exportieren

shz.de von
14. März 2019, 17:58 Uhr

International geht es zu auf den Fluren von „Vega Salmon“. Im Bürotrakt des in Handewitt ansässigen Fischverarbeitungsbetriebs wird Deutsch, Dänisch und Englisch gesprochen. Denn das Absatzgebiet reicht bis nach Übersee. Während die europäischen Ziele mit Lastwagen angefahren und besonders hochwertige frische Lachswaren binnen weniger Stunden zu einigen Kunden in den USA geflogen werden, werden die Erzeugnisse der Räucherei nach Thailand, Japan oder Hongkong verschifft. In Kürze werden sich wohl auch australische Adressen auf den Auftragslisten befinden.

Genauer gesagt: wieder. Denn als „Vega Salmon“ noch Fabriken in Esbjerg und in Südschweden hatte, existierte auch eine Import-Erlaubnis für Australien. Heute hat das Unternehmen nur noch einen Verwaltungssitz in Kolding. Die anderen Standorte wurden geschlossen, die Unternehmensstrategie konzentriert sich auf Handewitt, das mit seiner Lage an der Autobahn, mit der Nähe zum Lkw-Umschlagsplatz Pattburg sowie den Flughäfen in Billund und Hamburg punktet. „Die Logistik klappt prima“, bestätigt Geschäftsführer Michael Budtz Berthelsen. Zudem sind die Steuern und die Löhne hier niedriger als im Heimatland.

Deutschland hatte das australische Ministerium für Landwirtschaft bislang nicht auf seiner Liste der zugelassenen Lachsverarbeitungsländer. Der Aufwand für die Beantragung einer Lizenz hatte man bei „Vega Salmon“ offenbar unterschätzt, das Verfahren läuft seit einigen Jahren. „In Australien haben sie große Angst vor dem ISA-Virus, der in einigen Gewässern Norwegens verbreitet ist“, erklärt Qualitäts-Manager Jacob Tidemand. Da ihr Fisch überwiegend aus Norwegen komme, müssten sie stets besonders sorgfältig arbeiten und nachweisen, dass ihr Lachs aus virenfreien Bereichen stammt.

Vor rund zwei Jahren begutachtete eine Delegation australischer Veterinäre die Produktionsstätte in Handewitt. Dann begann ein Papier-Marathon. „Vega Salmon“ schaltete die IHK und die CDU-Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen ein. Der Durchbruch gelang, für den Export fehlt nur noch eine Gesundheitsbescheinigung, des deutschen Agrarministeriums.

Bei „Vega Salmon“ arbeitet man nun an den Kontakten zu früheren Abnehmern. Mit „New Nordic“ wurde bereits eine eigene Marke kreiert. Im April reist der Verkaufsmanager zu möglichen Kunden in Australien und Neuseeland. Michael Budtz Berthelsen sieht dort ein großes Potenzial. Schon jetzt erwirtschaften die 350 Mitarbeiter von „Vega Salmon“ einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro. In Handewitt werden im Jahr 25.000 Tonnen Fisch verarbeitet. Die Kapazitäten reichen für 40.000 Tonnen. Die Prognosen stehen auf Wachstum. Auf dem Gelände soll bis September eine neue Kalträucherei fertiggestellt sein. Bereits vor einiger Zeit erwarb „Vega Salmon“ ein Nachbargrundstück als stille Reserve.

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