Sporthalle und Clubheim : Neue Heimat für Slesvig IF

Nicht nur von innen, sondern auch von außen hat der Zahn der Zeit schon kräftig an der SIF-Sporthalle genagt.
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Nicht nur von innen, sondern auch von außen hat der Zahn der Zeit schon kräftig an der SIF-Sporthalle genagt.

Schleswigs dänischer Sportverein soll moderne Halle und neues Clubheim bekommen. Pläne für einen Umzug auf die Freiheit scheinen vom Tisch.

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05. Februar 2018, 07:36 Uhr

Ein kurzer Blick von außen genügt, um zu erkennen, dass die Turnhalle des dänischen Sportvereins Schleswig IF die besten Tage hinter sich hat. Wie schlimm es tatsächlich um das Ende der 1970er-Jahre errichtete Gebäude an der Husumer Straße steht, fasst Vereinsvorsitzender Jan Lübker in wenigen Sätzen zusammen: „Der Fußboden ist hinüber, und im Dach haben wir erste Lecks entdeckt. Da darin aber Asbest verbaut ist, kann man da nicht einfach ran. Kurz gesagt, es darf keine zehn Jahre mehr dauern, bis wir endlich eine neue Halle haben.“

So lange, so scheint es nun, wird es tatsächlich nicht mehr dauern. Denn der Dachverband SdU (Sydslesviigs danske Ungdomsforeninger) hat angekündigt, dass sich Lübker und seine Vereinsmitglieder auf einen Neubau freuen können – und zwar nicht nur, was die Halle betrifft. Auch das ebenfalls betagte Clubhaus soll neu gebaut werden.

„Wir haben schon lange überlegt, was wir da machen können. Beide Gebäude sind deutlich in die Jahre gekommen“, sagt SdU-Geschäftsführer Anders Kring auf SN-Nachfrage. Nun also habe man sich dazu entschieden, die Halle abzureißen und an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten. Das Clubheim könnte dann direkt daran anschließen. „Es laufen zurzeit Gespräche mit Architekten und dem Verein. Man muss sehen, was alles gebraucht wird. Natürlich spielt dabei am Ende auch die Frage nach der Finanzierung eine wichtige Rolle.“ Diese allerdings, betont Krink, ist bislang noch nicht geklärt. Aus Eigenmitteln zumindest wird der SdU die Kosten nicht stemmen können. Ob eventuell der A.P.-Møller-Fonds als Geldgeber in Frage kommt, dazu wollte er keine Angaben machen.

Dafür aber äußerte er sich zu den Plänen, sämtliche Institutionen und Einrichtungen der dänischen Minderheit in Schleswig auf der Freiheit neben der A.P.-Møller-Schule zu konzentrieren. „Ja, diese Idee gab es, aber sie ist vom Tisch. Um so ein großes, ambitioniertes Projekt zu stemmen, braucht man Einigkeit in der Minderheit. Die gab es aber nicht“, sagt Krink. Deswegen backe man lieber etwas kleinere Brötchen.

Das gefällt Jan Lübker vom SIF. „Wahrscheinlich hätten wir dort weniger für uns gehabt als bislang. An der Husumer Straße haben wir drei Fußballplätze, die Halle und das Clubheim. Auf der Freiheit hätten wir mit Mühe und Not einen eigenen Platz bekommen und hätten die Halle und den Sportplatz der Schule mitnutzen können. Aber am Ende wären wir nur Gäste gewesen“, sagt er. Die Lösung, die man nun gefunden habe, gefalle ihm deutlich besser.

Das sieht Harry Heide, Fraktionsvorsitzender des SSW in der Schleswiger Ratsversammlung, anders. Zwar betont er, dass die Entscheidung, ob die Minderheit auf der Freiheit eine gemeinsame Heimat bekommt, zunächst einmal eine kulturelle und keine politische sei. „Aber die Idee finde ich gut, und ich hoffe sehr, dass sie nur vorläufig vom Tisch ist und in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen ist“, sagt er. Denn: „Die A.P.-Møller-Schule hat der Freiheit sehr gut getan. Das würde für einen Sportverein und weitere Kultureinrichtungen ganz sicher auch gelten.“

Glaubt man SdU-Geschäftsführer Krink, scheinen die Chancen auf den von Heide erhofften großen Wurf auf der Freiheit allerdings sehr gering zu sein. Man sei in der Planung für die neuen SIF-Anlagen an der Husumer Straße bereits auf einem guten Weg. Mit viel Glück könnte die neue Halle bereits Ende 2019 stehen. „Das wäre unser Wunsch. Aber wahrscheinlich wird es ein, zwei Jahre länger dauern“, sagt Krink. So oder so: Der SIF-Vorsitzende Lübker freut sich, dass „endlich Bewegung in die Geschichte“ gekommen ist. „Seit 16 Jahren kämpfen wir schon um eine neue Halle. Natürlich freuen wir uns, wenn es nun tatsächlich etwas damit wird.“

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