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Amt Süderbrarup : Neue Eingreiftruppe für den Notfall

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter den 22 Feuerwehren im AMtsgebiet. Nach den Erfahrungen mit Orkan Christian wurden jetzt Pläne für ein spezielles Einsatzteam wieder aus der Schublade geholt.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Die Belastung der 22 Feuerwehren im Amt Süderbrarup hat stark zugenommen. So lautete das Resümee von Amtswehrführer Jürgen Werner in der jüngsten Wehrführerdienstversammlung im Lindenhof in Böel. Zu 91 Einsätzen wurden sie im vergangenen Jahr gerufen – das sind 71 Prozent mehr als im Vorjahr.

Werner machte die Notwendigkeit der Aus- und Weiterbildung deutlich. Vor dem Hintergrund der wachsenden Anforderungen sei es besonders schmerzlich, dass Lehrgangsplätze nicht besetzt werden konnten, weil die vorgesehenen Kameraden von ihren Arbeitsgebern nicht freigestellt wurden. Insgesamt haben 170 Frauen und Männer Lehrgänge besucht.

Bei der Bereitstellung von Ausrüstung hätten die Gemeinden gezeigt, dass sie ihre Verpflichtung als Dienstherr der Feuerwehren ernst nehmen. So ist die Feuerwehr Süderbrarup vor wenigen Tagen mit einem neuen Hilfslöschfahrzeug ausgerüstet worden und die Feuerwehr Boren hat ein neues Fahrzeug bekommen. Damit steht un auch im südlichen Amtsbereich ein wasserführendes Löschfahrzeug zur Verfügung.

Zu der teilweise heftig diskutierten finanziellen Abgabe an den Landesfeuerwehrverband teilte Kreisbrandmeister Rainer Erichsen mit, dass sich eine Arbeitsgruppe auf Landesebene mit der Problematik beschäftige. Erichsen machte deutlich, dass es nicht gerecht sei, wenn der Flächenkreis Schleswig-Flensburg die Hälfte seiner Einnahmen an den Landesfeuerwehrverband abtreten müsse.

Amtswehrführer Jürgen Werner vollzog auf der Versammlung den Wechsel in der Spitze der Jugendfeuerwehr. Ralf Nöhren aus Böel hat sein Amt als Jugendfeuerwehrwart aufgegeben. Sein Nachfolger ist Paul Alford, seine Stellvertreterin Katharina Fischer. Beide sind Mitglied der Feuerwehr Süderbrarup. Befördert wurden Ralf Nöhren (Böel) zum Brandmeister, Jan Jensen (Norderbrarup) zum Oberbrandmeister und Patric Borghardt (Loit) und Martin Delz (Kius) zum Hauptlöschmeister zwei Sterne.

Das Jahr 2013 hat auch deutlich gemacht, dass die Region im Katastrophenfall auf sich gestellt ist, seitdem sie nicht mehr auf die Bundeswehr als Retter in der Not setzen kann. Besonders Orkan Christian habe Schwächen aufgezeigt. Das Hauptproblem liege nicht bei den örtlichen Feuerwehren, sondern bei der Kommunikation. „Christian hat die Grenzen der Leitstelle aufgezeigt“, sagte Rainer Erichsen. „Innerhalb weniger Stunden waren dort über 6000 Notrufe aufgelaufen, teilweise hingen über 500 Notrufe in der Warteschleife. Die Folge war, dass auch die Feuerwehren die Leitstelle nicht mehr erreichen konnten.

Der pragmatische Vorschlag der Versammlung: Der Funkverkehr mit der Leitstelle sollte auf das Notwendigste beschränkt werden. Im Normalfall übliche Meldungen über Ausrücken und Ankommen am Einsatzort sind dann nicht erforderlich. Wehrführer Michael Haushahn aus Mohrkirch wies auf die zusätzliche Gefahr des Stromausfalls hin. Die Folge wäre, dass alle Kommunikationsstränge reißen. Sein Lösungsvorschlag: Die Bürger sollten bei Gefahr dann wieder die Feuerwehr direkt ansprechen.

Erichsen erklärte, dass eine erste Maßnahme wurde bereits getroffen. Einsatzpläne der Feuerwehrbereitschaften, eine Art schnelle Eingreiftruppe in schwierigen Lagen, schmorten lange in einer Schublade. Nun seien sie wieder hervorgeholt worden.

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