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Schleswig : Neue Eigentümerin will in der Schmid-Villa wohnen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Schleswiger Stadtwerke verkaufen ihre umstrittene Immobilie an eine Hotelbetreiberin. Das sind ihre Pläne.

Die Schmid-Villa bleibt, was sie ist: eine Villa. Die neue Eigentümerin möchte in dem Haus wohnen. Das erklärte sie auf Nachfrage der Schleswiger Nachrichten. Lenka Hansen-Mörck, die Betreiberin des „Historischen Krugs“ in Oeversee und des Husumer Hotels „Altes Gymnasium“, hat die Immobilie von den Stadtwerken gekauft.

Über den Preis sagte sie lediglich: „Ich bin zufrieden, und ich denke, die Stadtwerke sind es auch.“ Dem Vernehmen nach soll sie einen Betrag unterhalb von zwei Millionen Euro gezahlt haben, der die Stadtwerke jedoch in die Lage versetzt, den Kredit abzulösen, den sie aufgenommen hatten, als sie die leer stehende Villa vor drei Jahren für 2,35 Millionen Euro von der Vorbesitzerin Sybille Schmid-Sindram erwarben.

Spekulationen, sie könnte auf dem Grundstück eine Gaststätte oder ein Hotel eröffnen, verwies Hansen-Mörck ins Reich der Fabel. „Ich kann mit vorstellen, dass ich das Haus auch für etwas Kulturelles nutze, aber darüber muss ich noch in Ruhe nachdenken.“ Bisher wohnt sie in Oeversee auf ihrem Betriebsgelände. Dadurch, so ließ sie durchblicken, sei sie praktisch jeden Tag vom frühen Morgen bis zum späten Abend im Dienst. „Ich bin jetzt über 60 und in einem Alter, in dem andere Leute in Rente gehen. Wenn ich in Schleswig wohne, gelingt es mir hoffentlich, zwei Tage in der Woche frei zu machen.“ Sie habe jedoch nicht die Absicht, sich von ihren Hotels zu trennen. „Ich habe Mitarbeiter, die mehr Verantwortung übernehmen werden.“

Bis zum Umzug werden jedoch noch einige Wochen vergehen. Erst im Oktober werden die Stadtwerke den Teil des Grundstücks räumen, der jetzt noch als Zusatzfläche des Wohnmobil-Stellplatzes am Hafen genutzt wird. Auf dem Nachbargrundstück indes, das die Stadtwerke ebenfalls von Schmid-Sindram gekauft hatten, werden auch in Zukunft Wohnmobile stehen. „Das stört mich nicht“, sagt Hansen-Mörck. „Die Grundstücke sind durch eine Hecke ausreichend getrennt.“

Die Diskussion um den geplanten Abriss der erst 16 Jahre alten Villa, die einer mehrstöckigen Wohnanlage weichen sollte, hatte im vergangenen Jahr mehrere neue Interessenten auf die Immobilie aufmerksam gemacht. Lenka Hansen-Mörck hatte ohnehin mit Schleswig als neuer Heimatstadt geliebäugelt. „Ich finde, dass die Stadt sich sehr gut entwickelt hat.“ Angesichts niedriger Zinsen sei die Gelegenheit günstig für einen Hauskauf. Ihr Notar habe sie dann auf die Möglichkeit angesprochen, die Schmid-Villa zu kaufen. „Ich habe mir das Haus angesehen. Ich finde es wunderschön. Es wäre dekadent, es einfach abzureißen.“ Von außen werde sie keine Änderungen vornehmen, erklärte sie.

Bürgermeister Arthur Christiansen reagierte erfreut auf die Nachricht. „Ich hätte mir für das Grundstück zwar auch sehr gut eine öffentliche Nutzung vorstellen können, aber auch die jetzt gefundene Lösung ist eine gute. Wichtig ist, dass jetzt wieder Bürgerfrieden einkehrt in der Stadt.“

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erstellt am 11.Aug.2015 | 12:25 Uhr

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