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Gemeindevertretung : Neue Debatte um das Ortszentrum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Handewitts Planungsausschuss setzt die alte Diskussion fort / Bürgermeister Rasmussen will den Prozess beschleunigen

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2014 | 12:15 Uhr

Der Handewitter Karren „Ortszentrum“ ist festgefahren. Die Kommunalpolitik scheint darum bemüht zu sein, diese Aussage in die Vergangenheitsform zu befördern. Vier Jahre nach der Aufstellung des B-Plans 38 „Ortszentrum“, zwei Jahre nach der Erstellung eines Vorentwurfs und der Durchführung einer vorgezogenen Bürger-Anhörung tauchte die Diskussion um das zentrale „Filetstück“ gegenüber des Wiesharder Markts wieder auf der Tagesordnung des Planungs- und Umweltausschusses auf. „Dieses Thema sollten wir ab jetzt in jeder Sitzung beraten“, betonte Ausschuss-Vorsitzende Helga Knaack (Grüne) einen neuen politischen Elan.

Für die Realisierung von Dienstleistungen, Wohnungen und eines Parks diskutierten die Ausschussmitglieder und Gemeinderäte zwei mögliche Vorgehensweisen. Gerhard Beirer (KWG) befürwortete eine Fortsetzung des eingeleiteten B-Plan-Verfahrens mit dem nächsten Schritt, dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss. „Das wäre eine Grundlage, auf der sich auch die Bürger beteiligen könnten.“ Andere wollen einen Schritt zurück, um einen vor zwei Jahren verfassten 21-Punkte-Katalog der Anwohner stärker zu berücksichtigen. Von einigen wie Per Wietz (SSW) kam gar der Wunsch nach einem Neustart mit einem neuen Planer.

Wie dem auch sei: Das Projekt, das die Gemeinde mit dem anderen Grundstückseigentümer, der Raiffeisenbank Handewitt, verwirklichen möchte, scheint wieder in Gang zu kommen. Der geplanten Tiefgarage und den „urbanen“ Gebäudehöhen könnte es an den Kragen gehen, neue Zufahrten werden favorisiert, und der Zuschnitt des Areals könnte einen neuen Charakter erhalten. Wolfgang Hennig (SPD) formulierte zumindest einen Auftrag an die Verwaltung: Was würde passieren, wenn der bereits halbfertige Park, der aus Mitteln der Aktiv-Region „Mitte des Nordens“ gefördert wurde, umgestaltet werden müsste? Auch die bisherige Übereinkunft, die bislang genehmigten 28 Wohneinheiten für den ersten nördlichen Bauabschnitt der Raiffeisenbank zu überlassen, ist kein in Stein gemeißeltes Gesetz. „Wir sind diejenigen, die entscheiden“, erklärte Max Plagemann (CDU). Während bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung am 15. Juni die Fraktionen beraten werden, kündigte Bürgermeister Thomas Rasmussen eine Ausarbeitung von „Prozess-Schritten“ für das weitere Verfahren an.

Eine Randnotiz: Gemeinderat Thorsten Neumann (KWG), der sich früher als Bürger intensiv um die Diskussionen in das Ortszentrum eingemischt hatte und auch deshalb im letzten Mai in den Gemeinderat gewählt worden war, musste vor die Tür: wegen Befangenheit als „direkt angrenzender Grundstückseigentümer“. Der KGW-Fraktionsvorsitzende Dieter Neugebauer merkte verwundert an: „Menschen kommen in die Politik, wenn in ihrem Umfeld etwas nicht in Ordnung ist – und dann dürfen sie nicht mitentscheiden?“ Bürgermeister Thomas Rasmussen kündigte an, diesen „Fall“ bei einer in Kürze stattfindenden Besprechung mit dem schleswig-holsteinischen Gemeindetag aufzugreifen.

 

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